Ollie Schulz & der Hund Marie - Das beige Album (Grand Hotel van Cleef)

BösschenMein Kumpel Ecki findet’s geil. Auf einer Tour nach Hamburg nahm er mich dankenswerterweise mit. Im gewohnt gemächlichem Tempo. Immer die Bahn vor Augen und das Schicksal im Blick. Vermutlich so, wie Olli Schulz seine Lieder schreibt.

Glaubt man der PR des Grand Hotel van Cleef, die sich in mafiöser Partnerschaft mit Intro und anderen Lobhudelern mittlerweile alles erlauben kann, dann haben wir es mit einem der „größten deutschen Geschichtenerzähler dieser Zeit“ zu tun. Mehr noch: Olli Schulz ist der neue Bruce Springsteen, denn: „…auch Bruce Springsteen schrieb mit der E-Street Band ‚The River’als er 31 war!“ Ah ja. Natürlich. Verstehe. Das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle. Äh, nur - welche?

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Various artists - Berlin Super 80, Musik and film underground Berlin West (2005 monitorpop)

ImageWest Berlin 1978: Hinter der Mauer das Reich des Bösen, in deren dunklen Schatten leben ein Haufen Außenseiter in verrotteten Mietskasernen. Keine richtige deutsche Stadt wie Stuttgart oder München, sondern ein subversives Sammelbecken für im Rest der Republik Unerwünschte: Wehrdienstverweigerer, Anarchisten, Schwule und Flüchtlinge aus der Provinz trafen sich zum Häuserbesetzen und um eine entspannte Zeit bis zum bevorstehenden Atomtod zu verbringen. Böse und kaputt war die Welt und nicht weniger böse und kaputt wollte man auch sein. Vor lauter demonstrativem Schlechtdraufsein hatte man doch schon längst vergessen, wie das geht mit dem Glücklichsein.

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Masha Qrella - Unsolved Remained (Morr Music/Indigo)

schöne PlatteMan kann Masha Qrella wohl kaum mangelnde Kreativität oder Untätigkeit vorwerfen. Bei Contriva und Mina bedient sie Gitarre, Bass und Keyboard und zuletzt verdingte sie sich als Gründungsmitglied von NM Farner. Mit ihrer neuen Soloplatte „Unsolved remained“ knüpft sie jetzt nahtlos an ihr erstes melancholisch-eindringliches Album “Luck“ an.

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Electronicat - Voodoo Man (Disko B/Indigo)

PsychoHinter Electronicat verbirgt sich der mittlerweile in Berlin lebende Franzose Fred Bigot, der schon mit seinem ersten bei Disko B erschienenen Album "21St Century Toy" einen wilden Ritt zwischen Psychobilly, Elektropunk und Rock’n’Roll hingelegt hat. Geschmackssache? Auch an seinem zweiten Album „Voodoo Man“ scheiden sich wohl die Geister.

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Patrice - Nile (2005 Yo Mama’s Recording Company)

Babylon by busPatrice ist aber auch ein Arsch. Da haut er 2003 mit den Jungs von Silly Walks das Reggaealbum raus, das jeder von ihm erwartet. Dann kommt als Vorgeschmack auf die neue Veröffentlichung Nile seine Single Soulstorm ins Radio, ein locker-leichter Skatune. Hurra! Doch nun sitzen die Kolumnisten und Kritiker der deutschen Reggaemags traurig am Tropenholzschreibtisch, tief ist die rotgelbgrüne Mütze ins Gesicht gezogen und dicke Tränen kullern in die Tasse, in der gerade ein letzter Rest jamaikanischer Blue-Mountain-Coffee vertrocknen wollte. Nile läuft im Hintergrund.....uuuhhuhuhuu...cry me a river...

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Kammerflimmer Kollektief - Absencen (Staubgold/Indigo)

AbsencenAkkordwolken legen sich übers Land. Mal leicht und weich, mal etwas schwerer, grauer, aber immer getragen von wiederkehrenden, meist langsam fließenden Themenwelten mit Namen wie „Lichterloh“, „Hausen“, „Equilibrium“, „Shibboleth“ oder auch „Unstet“. Das Ganze könnte ins harmonische Einerlei führen, wenn da nicht diese improvisierenden, teils entig zu bewatschelnden Abwege wären.

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