Jago auf dem Sofa mit dem Mic

jago strugglingJago war bis neulich noch bei der renommierten britischen Reggaeband onlyjoe tätig. Nun macht der im Jungle sozialisierte Londoner solo auf sich aufmerksam. Zunächst mal damit, dass er ab sofort bei Tru Thoughts unter Vertrag ist, dem Brightoner Label, das sich eigentlich überwiegend um Soul und Funk kümmert. Dort veröffentlicht Jago heute seine erste Double-A-Single „Struggling“ / „Undercover“.
Solche Stücke werden derzeit gerne als future dancehall kategorisiert. Kurz gesagt: Digitaler Reggae mit Dub-Einflüssen, der aufgreift und weiterführt, was vor 30 Jahren aus den Ariwa Studios von Mad Professor kam. Ganz heiße Kiste, bei der sich Jago von DJ Vadim, MC Galak Spiritual und den Chief Rockas unterstützen lässt. So kann Reggae 2016 klingen.
Die Single ist der Appetizer für das kommende Album „Microphones and sofas“. Es ist zu erwarten, dass das Album genauso interessant wie der Titel werden wird.

Trettmann dekantiert die Welt für uns

Dancehall-Don Trettmann ist zurück! Möglicherweise etwas anders als man erwartete. Mit seiner neuen EP "Kitschkrieg" widmet er sich ganz dem Trap. Diesem ultra-entspannten HipHop Style mit schleppenden Beats und zappelnder Snare. Ronny Trettmann legt aber Wert darauf, uns wissen zu lassen, dass er nicht auf einen fahrenden Zug aufspringt. Schließlich experimentiert der bisher im Reggae Verwurzelte schon seit Jahren mit diesem Sound.
Jetzt hat ihm das Berliner Produzententeam Kitschkrieg einen Klangteppich maßgewebt, der es dem sächsischen Jamaikaner ermöglicht, den nächsten Schritt zu machen. Weg vom sächselnden Klassenclown hin zum Botschafter des anderen Leipzigs. Wo es zum Glück auch Alternativen gibt zu Pegida und AfD.
Eine Entwicklung, die sich bereits beim "Tanz auf dem Vulkan" abzeichnete. Insofern überrascht es nicht, dass Trettmann darüber nachdenkt, demnächst mal auf sein Pseudonym zu verzichten. Klar, denn die fünf Tunes auf "Kitschkrieg" zeigen erneut: Der Mann muss sich nicht verstecken.
Zwar ist Krieg scheiße, "Kitschkrieg" aber ist das erste Muss 2016!

www.soundcloud.com/ronnytrettmann

Hadern im Sternenehagel oder Zaudern im Scheißeregen

Ende der Woche veröffentlichen Hadern im Sternenhagel ihre gleichnamige Debüt-EP. Die Drei aus dem Münchner Stadtteil Hadern kombinieren deutsche Lyrik im Herzschmerzbereich mit kühlen Synthieklängen und Discobeats. Ob dabei die Anklänge an die Neue Deutsche Welle der 80er gewollt sind oder nicht: Sie sind nicht zu überhören! Vor allem der Singsangstil von Julian Chudoba erinnert phasenweise deutlich an den seligen Falco, was besonders beim Track "Sophie" durchscheint. Über die Kombination aus teils schwülstiger Lyrik, exaltiertem Gesang und Disopop kann man sicher stundenlang streiten. Gibt es eine bessere Voraussetzung, um ins Gespräch zu kommen?

www.hadernimsternenhagel.com

Black Roots - Son of man

blackroots sonofmanDie Karottenjeans ist wieder da. Achselhaare und Oberlippenbart ebenfalls und die weißen Tennissocken lauern in der Schublade. Jetzt meldet sich auch Black Roots zurück. Zum 80er Flashback fehlt nur noch Grüner-Apfel-Shampoo.

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Starwalker: Sternenspaziergang am Strand

starwalker logoWenn der isländische Komponist und Musikvisionär Bardi Johannsson und der französische Electropop-Vordenker Jean-Benoit Dunckel gemeinsam musizieren, dann klingt das genauso wie man es erwartet: Leinwandreife, epische Weiten treffen auf intergalaktische Instrumentierungen, eindringliche Electronica-Welten auf richtige Hooks. Nach ihrer ersten EP-Veröffentlichung als Starwalker im Jahr 2014 wird nun im April das Debütalbum der Beiden erscheinen. Es wird ebenfalls schlicht "Starwalker" heißen und vorab gibt es nun die erste Single "Everybody's got their own way" . Der Track hört sich an als sei er für die Strandparty der Haushaltsroboter komponiert. Feelgood-Gesang und sommerliche Beats vereinen sich mit Science-Fiction-Vibes und einem roboterhaften Ohrwurm-Refrain.

www.starwalkermusic.com

Miss Baas auf Freddies Spuren?- Run dat

Beim Anblick von Miss Baas' Video kommt einem unweigerlich Freddie McGregors Song "Joggin'" ins Gedächtnis. Macht es doch den Eindruck beim in St.Pauli gedrehten Filmchen zur ersten Single von Miss Baas, als sei die fitte Miss aus ihrer russischen Heimat bis in den deutschen Norden gejoggt. Allzu viel Ausdauer ist für die Fans der russischen Ragga-Queen aber nicht mehr nötig. Heute kommt Miss Baas' erste EP mit dem Titel "M1553225" auf den Markt. Die Läufersingle "Run dat" ist die Singleauskopplung. Der Hybrid aus Reggae, Dancehall und Bass music mit ein wenig Pop-Appeal lässt uns mit Spannung die EP erwarten.