Exotisch anders - Animanz und Juanita Euka

Das ist kaum zu fassen. In Worte zu fassen. Was die Londoner Band Animanz unter die Leute bringt. Wer sich etwas unter 60er und 70er Latin American Psychedelic vorstellen kann, der ist schon einen Schritt weiter. Demjenigen, der damit verständlicherweise nichts anfangen kann, soll sich gesagt sein lassen, dass das Debütalbum "Exotic other" schweinefunky ist mit Afrobeatanklängen und Cumbia Sounds, Rhumba und Latin Jazz. Knackige Bläser, schmutzige Gitarren und Partypercussions vervollständigen den Sound, der keinen Namen hat. Die drei Jungs von Animanz sagen: "Wir schreiben party tunes, der groove und die Energie sind das Wichtigste. Alles andere wird passend gemacht."
Um die Einflüsse auf ihre Musik zu maximieren, umgeben sich Animanz bei ihren Konzerten gerne mit Gastkünstlern. So kam auch der Kontakt zu der kongolesischen Sängerin Juanita Euka zustande, die sofort die Vocals auf "Exotic other" übernahm. Der Titelsong ist das erste Stück des Albums, das durch Tru Thoughts am 28. September veröffentlicht wird.

www.animanz.co.uk

Very tricky Sophie

Ein Video wie ein Kurzfilm, das seine Botschaft nicht sofort zu erkennen gibt. Aber zu allererst ist "Tricks" würdiger Vertreter des neuen Albums "Molecules" von Sophie Hunger. Die Schweizerin lebt ja nun auch in Berlin. Und hat dort ihr Faible für elektronische Musik entdeckt. Man trifft Sophie am Sonntag Abend im Berghain und in ihrem homestudio stapeln sich modulare Synthies. Mit diesen hat sie die Tracks für ihr neues Album gebastelt und dann mit Dan Carey in London aufgenommen. Und so ist "Tricks" gekennzeichnet von einem analogen CS80 Synthi und einem Krautrock-Beat. Sophie Hunger selbst nennt es "minimalistischen elektronischen Folk".

www.sophiehunger.com

White Uhuru - Die Summer Sons

Das ist Cool Bap. Der klingt so gut auf dem kommenden Debütalbum der Summer Sons & C.Tappin. Das Ding soll "Uhuru" heißen und das ist Swahili und meint Freiheit, was man natürlich keinem Reggaefan erklären muss. Aber es geht nun gar nicht um Reggae, sondern um Cool Bap.
Das ist Rap mit sehr sehr viel Jazz und dieses hört man auch auf "Call it love", der ersten Single des Albums, dessen Veröffentlichung von Melting Pot Records aus Köln für Anfang September geplant ist. Die britischen Summers Sons sind die Brüder Turt (Rap) & Slim (Beats), die schon seit Ewigkeiten mit Sänger und Pianist C.Tappin befreundet sind.
"Uhuru" ist eine typische Veröffentlichung von Melting Pot Records und ein Album, das auch Musikliebhabern kurz vorm Rentenalter ans Herz gelegt werden muss. Für alle, die damals Guru Jazzmatazz, US3, Galliano oder das deutsche Pendant Jazzkantine liebten. Wobei: Cool Bap ist wirklich noch cooler.

www.soundcloud.com/slim_summers_sons

 

Massive attack von Neneh Cherry

Ganz frisch meldet sich Neneh Cherry zurück. Während ihre altgedienten Fans Falten zählen, sieht Madame aus wie aus dem Ei gepellt. Ein brandneues Video ist dafür der Beweis.
Neneh Cherry hat zwar bereits in den 80er ihre Musikkarriere gestartet. Dafür sieht ihre Discografie allerdings sehr übersichtlich aus. 1989, 1992 und 1996 gab es die ziemlich großartigen Solo-Alben. Danach mal hier und da eine Kooperation und erst vor vier Jahren erneut ein Album. Das 2014er "Blank Projekt" war ein Ausweichen in die Jazz-Gefilde, und da sich Cherry bereits in den Jahren zuvor in der Jazzszene ihrer schwedischen Heimat bewegte, schien es, als würde Jazz ihr Alterswohnsitz.
Jetzt wird eine neue Single veröffentlicht. "Kong" hat frische Beats, trägt Neneh aber trotzdem zurück zu den Wurzeln. Was nicht überrascht, denn schließlich hat die Frau bereits damals mit Massive Attack zusammen gearbeitet und sie tut es heute wieder. Produziert ist "Kong" von Four Tet und 3D von eben jenen Massive Attack.
Und Neneh Cherry hat nicht an Stimme verloren, nichts eingebüßt von diesem manchmal rotzig-trotzigen Gesang, der alles andere als nach gutem Wohnviertel klingt.
Hoffen wir, dass dieses Projekt zum Album ausgebaut wird. Es wäre Zeit.

Umweltpunk mit Anti-Flag

Sie gelten als Politpunker und nehmen gemeinhin kein Blatt vor den Mund. Im November 2017 veröffentlichten Anti-Flag aus Pittsburgh das zweite Album ihrer "American"-Serie, "American Fall". Begonnen hat die Band diesen Zyklus mit dem 2015er Studioalbum "American Spring". Am 28. September wird die Politpunk-Band nun die Reihe mit dem Album "American Reckoning" fortsetzen. Für dieses Album nahm die Band einige Songs der letzten beiden Studiowerke im akustischen Gewand neu auf. Wie z. B. "The debate ist over (If you want it)", das ihr euch hier bereits anscheuen könnt. Ein Song gegen das einfach so weitermachen mit unserer Umweltzerstörung.

www.anti-flag.com

Nix auf Samtpfoten - Die Mexicats

Das Debütalbum von Jenny and The Mexicats "Mar abierto" hat richtig eingeschlagen. Lange Zeit in ihrer mexikanischen Heimat als Geheimtipp gehandelt, hat "Mar abierto" die Jungs rund um die englische Sängerin und Trompeterin einen großen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Jetzt basteln die Mexicats am neuen Album, das im September veröffentlicht werden soll. Zwar wird dieses nur ein Best-of, ermöglicht aber den europäischen Fans, einige bisher nur in Mexiko erschienene Songs erstmals zu hören.
Und dann gibt im Herbst wieder eine große Europatournee mit diesem unwiderstehlichen Sound aus lateinamerikanischer Musik, Cumbia, Rockabilly, Jazz und Reggae. Dieser Mix an sich ist extrem tanzbar, nun veröffentlicht die Band zudem eine Remix-EP, auf der der deutsche Drum'n Bass-Act deep inc. gleich 3 Remixe von "La primera despedida" geschaffen hat. Damit's noch tanzbarer wird. Also auch für diejenigen, die einen Stock im Arsch haben.

www.jennyandmexicats.com