aidan baker „i fall into you“

aidan baker „i fall into you“wie nadja, so auch aidan baker. wiedervö auf basses frequences, das französische label, dass uns auch schon creature beschert hat.

aidan baker verfolgt auf "i fall into you" ein konzept, dass er später auf  "oneiromancer" noch einmal in sehr ähnlicher art anwenden würde: eine collage warmer gitarren, fieldrecordings, sprachschnipseln, drums etc.; unwirklich, aber einnehmend, dunkel, aber nie düster, die orientierungsleuchten bleiben an: z.b. in form dieses schwankenden hochton-gitarrenthemas auf dem über 24 minuten langen zweiten stück, „lysis", mit den sich gegenseitig ihre zuneigung versichernden stimmen.
stück 3, „"symbiosis", dann wieder ein musterbeispiel, wie souverän aidan baker in seiner zumeist auf den ersten blick gar nicht so rhytmusaffinen musik mit diesem umzugehen versteht: zwar fusst der ganze track auf einfachen vierteln, die harmonisch definierten abschnitte nutzen aber stets erst 3, dann 4 ganze takte, wiederholen diesen 7bener bereich und lassen die musik so in richtung unwirklichkeit driften. viel mehr, als aus der ansonsten fast einfachen, repetitiven layerstruktur zu erwarten gewesen wäre. das die #5 dann fast genau der #1 entspricht, passt in dieser beziehung nur zu gut.

schöne grüße

n

www.aidanbaker.org//t_blank
www.myownsalvation.com/bassesfrequences

nadja “skin turns to glass“

nadja “skin turns to glass“je erfolgreicher nadja, desto mehr wiederauflagen vergriffener titel früherer tage. so auch hier; kurz: alle nadja-zutaten vorhanden. in der struktur fast (noch?) songorientierter, aber auch schon ausflüge in die zähe doomigkeit späterer highlights wie „truth becomes death" oder „bodycage".

bestes beispiel stück #2, der titeltrack, mit seinem gehauchten doom-gesang und den flächig ausgebreiteten akkordsetzungen. im sound nicht so tief und konsequent brachial wie die genannten, aber sehr einnehmend in schlusschoral und rückwärtsschleifen, zusammengehalten durch die getragene pianomelodie, immer weiter, so als weigere es sich, überhaupt jemals aufzuhören. „slow loss" im anschluss zwar im brechergewand, für mich aber nicht so zwingend, weder in melodie noch struktur; geil dagegen wieder „untitled", über fast die ganze länge seiner 28.33 minuten ein sehr leiser(!) noise-nachhall, bis (ganz) kurz vor schluss der pegel völlig unerwartet anschwillt und das stück in einem crescendo galoppierender double-bass-drum-attacken und doom-vocals ausklingt... fast als wollte nadja nicht nur den hörer/die hörerin, sondern auch sich selbst noch einmal wachrütteln; vor der drift ins endlose bewahren...

...aber natürlich nicht vor dem Kauf der Platte im unruhr-popkulturshop.

schöne grüsse
n

www.nadjaluv.ca/

Mercedes Benn - Inselsucht rockt den Dichter

Zum Glück nicht bis zum HalsDie Beurteilung, ob Inselsucht eine schwerwiegende, gesundheitliche Beeinträchtigung darstellt, wäre für Dr. Benn sicher kein Problem gewesen, hätte er mehr gedoktert und weniger gedichtet. Nutznießer der Tatsache, dass Gottfried Benn seiner Leidenschaft und nicht seiner Profession folgte, ist die Greifswalder Combo Inselsucht. In klassischer Besetzung Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang haben sie sich Benns Lyrik zur Brust genommen und vertont. Man könnte nun behaupten, Inselsucht stünde mit dieser vertonten Lyrik in einer Linie mit berühmten Vorbildern wie Achim Reichel und Carla Bruni.

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OFRIN - On Shore Remain (2008 Stamp Records)

On Shore RemainOfri und Oded. Das klingt nach einer Oper von Gluck, einem Ballet von Tschaikowsky oder einem Film von DeMille. Und irgendwie umgibt das Duo OFRIN - das sind im Kern die beiden israelischen Musiker Ofri Brin und Oded K.dar - tatsächlich das märchenhafte Flair einer künstlerisch-musikalischen Liebesgeschichte, die im Frühjahr 2005 ihre ersten Knospen trug, deren Wurzeln jedoch schon tiefer in das Erdreich der Vergangenheit ragen.
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