Finley Quaye - Much more than much love (2003 Sony Music)

Alle drei Jahre ein Album. Zeugt das von Faulheit, von sorgsamer Arbeit, vom Scheißen auf Geld?

www.finleyquaye.comKeine Ahnung. Finley Quaye macht es halt so. Seine dritte CD liegt in inzwischen vor. Quaye weicht nicht wesentlich von seinem Konzept ab, wenn es denn so eins ist. Musik mit vielerlei Einflüssen, von Westcoastrock über Reggae und Dub bis Hiphop.

Auf Much more than much love überwiegen die Folk und Country Einflüsse. Huuuhuhuuh, jetzt aber weiter lesen, so schlimm ist es gar nicht, abgesehen vom Track Lovers return, einem Traditional, bei dem es beginnt nach Lagerfeuer zu stinken und der Marlboro Cowboy dumpf an die Tür pocht. Skip. Ansonsten fehlt nicht das übliche Reggae Intermezzo, fette Bläser und Finleys einzigartige Quäkstimme.

www.finleyquaye.comTrotzdem ist das Album anders als seine beiden Vorgänger. Offensichtlich wurde Finley von seiner Frau verlassen. Die arme Sau kämpft mit seinen Gefühlen ( Dice, Waiting for you, Living without you, Overcome), das Werk hat eine gewisse melancholische Schwere, was grundsätzlich meist für schön emotionale Stücke sorgt. Doch bleibt musikalisch der leichte Wahnsinn auf der Strecke, der Finley Quayes Produkte bisher ausgezeichnet hat. Zu oft sind einzelne Stücke vom täglichen Mainstream kaum zu unterscheiden, handwerklich korrekt, doch ohne Zündschnur.

Es bleibt zu hoffen, dass die musikalische Entwicklung Finley Quayes seiner Gefühlslage zuzuschreiben und nicht dem Streben nach höheren Verkaufszahlen geschuldet ist. Much more than much love ist eine Platte für Fans, die Finley im Auge behalten wollen oder vielleicht für Neueinsteiger, die sich in der Phase konstruktiver Beziehungstrauer befinden: „Living without you, sure ain’t easy...“

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Bilder: Pressefreigabe

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