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JägerMeister 2009/10: Hot Hot Heat

jrlf1Am 29. Mai fand das Finale der Jägermeister Rock:Liga 2009/10 im Kesselhaus in Berlin statt, und es hat sich gezeigt: Qualität setzt sich durch! JägerMeister wurde die kanadische Band Hot Hot Heat, die fast zeitgleich am 1. Juni ihr mittlerweile fünftes Studioalbum “Future Breeds” auf den Markt brachte.

Den Auftakt des musikalischen Battle machte die amerikanische Rockband The Films, die mit ihrem 60er-Retro-Sound normalerweise Garant für eine schnodderig-mitreißende Show ist. Doch ihre Interpretation alter und Wiedergabe neuer Songs ließ den gewohnten Biss vermissen, und ihr Styling, das sich früher südstaatlich-amarikanamäßig präsentierte, scheint heutzutage von einem assimilierten Collegeboy-Look abgelöst worden zu sein, der leider kein individuelles Ausdrucksvermögen mehr erkennen lässt. Subversiv-laszive Tracks wie “Bodybag”, die in ihrer ursprünglichen Fassung den Jungs den Schweiß auf die Stirn und den Mädels die Feuchtigkeit zu anderen Körperregionen zu treiben vermochte, wurden wenig emotional und eher seelenlos vorgetragen. Fehlende Authentizität muss bestraft werden, daher gelang auch nur Platz drei.

jrlf2Den zweiten hätten sie aber durchaus noch verdient. Wer sein neuestes Album “For the Masses” nennt, wie die letztendlich zweitplatzierte Band Hadouken! aus dem Vereinigten Königreich, der zielt wohl ganz offensichtlich und wenig subtil auf den Massengeschmack des Publikums. Feiern ist oberstes Gebot, was ja an sich keine verwerfliche Motivation zum Musikmachen ist, doch wenn man sich ganz schamlos bei offen zutage getragenen Vorbildern wie Prodigy und Justice bedient, kann auch hier von Authentizität keine Rede sein.

jrlf3Der Lichtblick des Abends und verdiente Gewinner, waren Hot Hot Heat aus Vancouver. Eine Band, die sich einen Dreck darum schert, ob ihre Songs im Radio gespielt werden und sich deswegen von ihrer Plattenfirma getrennt hat. Ein eigenes Studio und ein zum Sound Engineer weitergebildeter Sänger machten es in der Folge möglich, ein Album zu erschaffen, dass nur den Ideen der Band und keinem Corporate-Leitbild entsprach. “Future Breeds”, von dem die Band einige Lieder in ihre Setlist eingebaut hatte, ist mit wenig zu vergleichen, was man heutzutage auf dem Musikmarkt findet. Experimentell, doch immer noch zugänglich, megaschräg, aber trotzdem mit Ohrwurmcharakter. Wer so etwas zustande bringt wird zurecht (Jäger)Meister!