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The Sunshine Underground: "Eine Pause ist gut, denn man kommt kämpfend zurück"

Craig Wellington und Stuart JonesZwar bin ich kein großer Fan neuer Kleinstkategorisierungen, wenn es um Musik geht, aber heute mache ich selbst mal eine neue Schublade auf: Indie-Dance-Rock. Bedienen sich andere Indie-Bands im Bestreben genreüberschreitender Vielseitigkeit bei Bereichen wie Disco, Hip-Hop, Rave oder Punk, so ist es bei The Sunshine Underground die Dance Music, deren DNA eindeutig aus den Liedern herauszufiltern ist, was die vier Jungs aus Leeds zu der Party-Band der Szene macht.

Bereits im zehnten Jahr ihres Bestehens sind The Sunshine Underground hierzulande dennoch kein auszumachender Punkt auf der musikalischen Landkarte, obwohl ihr Debütalbum „Raise the Alarm" von 2006 alle Ingredienzien für etwas ganz Großes enthält: treibende Beats, fantasievolle Basslines, intelligente Texte und den eindringlichen Gesang von Frontmann Craig Wellington, die den Hörer förmlich auf die Tanzfläche ziehen und bis zur Erschöpfung abgehen lassen wollen.

Doch vielleicht schaffen es Craig Wellington (Gesang, Gitarre), Stuart Jones (Gitarre), Daley Smith (Bass) und Matt Gwilt (Schlagzeug) dieses Jahr, sich auch auf dem Kontinent eine größere Fanbase zu schaffen, denn die Produktion ihres zweiten Albums liegt in den letzten Zügen, und einige von der Band vorab auf ihrer Myspace-Seite veröffentlichte Tracks lassen erahnen, dass sie sich musikalisch sogar noch verbessern konnte.

Ich hatte das Glück, gerade an dem Tag in Manchester zu sein, an dem die Jungs ein DJ Set in einem Club hatten und konnte mich so mit Craig und Stu über ihre neuen und alten Songs,  ihre Rolle in der Band, selbst ernannte Volksvertreter und das Älterwerden unterhalten.

Heute habt ihr ein DJ Set in der Mint Lounge hier in Manchester. Was erwartet uns da so?
Craig: Zwei Stunden voller Elektro-Remixes und -Klassiker. Eigentlich unsere Lieblingssongs. Das ist eine ganz andere Seite unseres Lebens. Viele Bands legen Indie-Platten auf, aber wir stehen mehr auf Elektro.

Euren Namen habt ihr ja auch von einem Lied der Chemical Brothers.
C: Ja, genau. Und als DJs können wir uns in diesem Bereich austoben.
Stuart: Viele Bands legen, wenn sie als DJs unterwegs sind, einfach eine Platte nach der nächsten auf. Wir versuchen, in unsere Sets so viel Arbeit zu investieren wie in unsere Songs.
C: Wir üben dafür.
S: Oh Mann, jetzt müssen wir aber wirklich gut sein!
C (lacht): Aber für heute haben wir nur einmal geübt.

Craig WellingtonNa, wir hören ja dann, wenn ihr Mist baut.
C (lacht): Ja, dann könnt ihr mit dem Finger auf uns zeigen und uns auslachen.

Wenn ihr einen Motto-Song für euer Leben hättet, welcher wäre das im Moment?
C: Im Moment wäre das bei mir was ganz Abgefahrenes (lacht). Mann, das ist echt 'ne schwierige Frage.
S: Ich find sie total gut! Das hast du dir bestimmt vorhin in den zwei Stunden im Flugzeug überlegt.

Erwischt!
C: Es wäre sicher was Elektronisches. Irgendwas von Underworld.
S: Oder „Tainted Love". So fühle ich mich.
C: Eher was von „Everything, Everything" von Underworld. Das geht gerade in meinem Kopf so ab.

Morgen ist die letzte Show eurer Pre-Album-Release-Tour durch England. Wie lief es bisher?
C: Großartig!

Wie haben die Leute auf eure neuen Songs reagiert? Obwohl viele ja gar nicht mehr so neu sind, manche habt ihr schon 2007 live gespielt.
C: Stimmt, wir haben manche schon vor Jahren gespielt, und sie haben die verschiedensten Stufen der Entwicklung durchgemacht.

Die meisten Shows waren ausverkauft, oder?
C: Ja, fast alle. Das ist echt prima, denn seit 2007 haben wir nichts mehr veröffentlicht. Daher wollten wir eigentlich vorher freie Downloads zur Verfügung stellen.

Einige neue Songs habt ihr ja auf eure Myspace-Seite gestellt.
C: Wir wollten, dass die Leute vorher schon die neuen Lieder hören, um mitsingen zu können. Das hat auch ganz gut funktioniert. Das dachten wir erst nicht, weil wir etwa 80 % neue Lieder spielen und nur 20 % alte. Da steht man ganz schön unter Druck, denn obwohl man so viel neues Material bringt, will man dieselbe Reaktion darauf haben. Aber das hat echt gut geklappt. Nur bei ganz wenigen Gigs standen die Leute da, als würden sie denken: „Hm, ich weiß nicht so recht." Die meisten haben mitgesungen, obwohl sie die Texte nicht kannten, aber sie taten einfach so.

Könnt ihr euch jetzt mal gegenseitig beschreiben und eure beiden nicht anwesenden Kollegen? Aber lasst mich erst mal kurz meine Einschätzung von euch abgeben: Craig, du bist für mich der Kritiker, der Typ, der sich über alles Mögliche aufregt.
C: Oh mein Gott, das ist so wahr!

Stu, du bist der Stille.
S: Hmmmmmm...

Daley ist Scherzkeks...
C: Das ist eher Matt.

The Sunshine Underground @ The Priory, DoncasterBei Matt dachte ich, er sei der Typ, über den sich alle anderen lustig machen, aber das liegt wahrscheinlich nur am Video zu „What You Like".
C: Das kann natürlich sein. Aber Matt ist immer derjenige, der uns zum Lachen bringt. Wir bringen uns zwar alle gegenseitig zum Lachen, aber er ist total albern. Er ist unglaublich und so politisch unkorrekt, dass wir gar nicht drüber reden sollten (lacht). Er hat einen wahnsinnig schwarzen Humor.

Typisch britisch, oder?
C: Ja und sehr sarkastisch. Daley ist eher der Stille. Er hat zwar auch Momente, in denen er recht aufgeweckt daher kommt...

Aber er hat doch diesen lustigen Blog.
C: Ja, stimmt, das macht ihm ziemlichen Spaß. Aber nur, weil er so still ist und ständig nur in seinem Zimmer sitzt. Wir haben dafür gar keine Zeit (lacht)! Was mich angeht, hast du wahrscheinlich recht: Ich bin ein Zyniker, ein Moserer...
S: Du musst mich beschreiben, das kann ich nicht selbst machen.
C: Stu ist ein liebenswerter Bursche.

Das ist aber nett von dir! Jetzt mal zu eurem Bandnamen: The Sunshine Underground, das ist sehr positiv. Ihr bringt die Sonne...
C: ...an einen dunklen Ort. Genau.

Richtig. Aber die Texte, zumindest die der Lieder vom ersten Album, sind eher...
C: ...düster.

Na ja, ich würde eher sagen, kritisch. Wie kam es zu diesem Dualismus?
C: Ich mag das ganz gerne, wie es auf unserem ersten Album funktioniert hat. Die Musik war ziemlich positiv, aber in den Texten wollte ich über Dinge sprechen, die mich aufgeregt haben. Aber in der letzten Zeit habe ich mich davon etwas wegbewegt. Die alten Lieder stammen alle aus der Zeit zwischen 18 und 21, in der man versucht, die Welt zu verstehen. Heutzutage bin ich subtiler und nicht mehr so negativ wie damals.

Ich kenne bisher ja nur die Lieder, die ihr bei Myspace hochgeladen habt, aber „Coming to Save You" hört sich textlich schon eher an wie die alten Lieder.
S: Das war einer der ersten Songs, die wir nach dem Debüt geschrieben haben. Der Abstand war einfach nicht groß genug.

Aber es gibt auch andere Lieder wie „In Your Arms" oder „Any Minute Now", das ich persönlich für eure erste richtige Ballade halte.
S: Wir werden alt (lacht).
C: Auf dem ersten Album gab es ein ähnliches „Somebody's Always Getting in the Way".

Das wollte ich gerade erwähnen, aber trotzdem wirkt „Any Minute Now" noch eher wie eine Ballade.
S: Magst du es?

Ja, ich finde es prima. Kommt direkt hinter „Coming to Save You".
C: Das wird der erste Track auf dem neuen Album, weil es etwas Treibendes hat. Außerdem hat es auch einen kritischen, leicht negativen Inhalt, der ein wenig unser Markenzeichen ist. Aber auf dem Album gibt es mehr positive und aufgeschlossene Gedanken. Das kommt dabei raus, wenn man drei Jahre an einem Album arbeitet (lacht). Ein ewiges Auf und Ab der Gefühle.

Craig, du hast mal gesagt, dass du jemand sein willst, der etwas zu sagen hat wie z. B. die Manic Street Preachers oder Bob Dylan. Denkst du, dass man als Künstler in gewisser Weise die Verpflichtung hat, Menschen auf bestimmte Sachen aufmerksam zu machen?
C: In letzter Zeit regen mich solche Menschen eher auf. Ich will hier keine Namen nennen. Auf unserem ersten Album haben wir in vielen Liedern einen Standpunkt vertreten, und ich könnte über den textlichen Inhalt stundenlang reden, aber in letzter Zeit habe ich mich davon distanziert. Viele Bands wollen für das Volk sprechen, und das nervt mich nun eher. Ich glaub, ich werde langsam alt und zynisch (lacht). Man darf ja seine Meinung haben, und die neuen Texte deuten auch in eine bestimmte Richtung, aber sie schreiben niemandem vor, was er denken soll. Ich finde, jeder kann sich seine eigene Meinung bilden.

Was ist denn eigentlich aus eurem Plan geworden, die Weltherrschaft zu übernehmen?
C: Der ist immer noch aktuell.

Sollte doch schon letztes Jahr passiert sein.
C: Erzähl mir was!

Craig Wellington @ The Priory, DoncasterAber mal im Ernst: Wo wart ihr denn die vergangenen zwei Jahre? Bereits 2007 habt ihr auf Konzerten neue Lieder gespielt und seitdem ist - zumindest Gerüchten nach - euer neues Album in Arbeit.
C: Ja, der Prozess des Schreibens war auch schon im Gange, aber dann kam unsere Plattenfirma und meinte, wir sollten uns Zeit nehmen und vielleicht sogar eine Auszeit. Davon haben wir dann auch Gebrauch gemacht.

Aber das ist eine gute Sache, die meisten Plattenfirmen sind da ja ganz anders.
C: Genau. Wir wollten unser zweites Album eigentlich relativ schnell nach dem ersten machen, so ungefähr vor eineinhalb Jahren. Aber letztendlich war es viel besser, das nicht zu tun.
S: Denke ich auch. Viele Bands beeilen sich so mit dem zweiten Album. Es gab einige, die ihr erstes zur gleichen Zeit wie wir veröffentlicht und jetzt schon einen Nachfolger haben.

Wie z. B. die Pigeon Detectives.
C: Ja, wir sind ganz gut mit ihnen befreundet. So was haben wir schon kommen sehen. Ich glaube, bei ihnen lag nicht mal ein Jahr dazwischen.

Ja, uns haben sie im Interview erzählt, sie hätten das gemacht, weil die Beatles das auch getan haben. Aber ganz ehrlich: Ich fand, die Alben haben sich nicht sehr voneinander unterschieden.
S: In so kurzer Zeit hat man einfach keine Zeit sich weiterzuentwickeln.
C: Bei uns hätte es ähnlich ausgesehen, wenn wir das Album schon vor eineinhalb Jahren gemacht hätten. Der Sound wäre fast der gleiche geblieben. So hatten wir Zeit auch andere Sachen zu entwickeln wie z. B. Balladen oder aggressive Rock-Sounds. Das Mindset verändert sich, und man verspürt viel mehr den Drang, es zu tun. Wir waren so versessen darauf, diese Tour zu machen, weil wir die letzten zwei Jahre nicht getourt sind. Man lernt, seinen Job und die Position, in der man sich befindet, viel mehr zu schätzen und nicht für selbstverständlich zu halten und auch nicht ständig darüber zu motzen auf Tour zu sein. Man will es noch viel mehr. So eine Pause ist gut, denn man kommt kämpfend zurück.

Wie wird sich das neue Album anhören? Ich kenne bisher nur vier Lieder bzw. fünf mit „Fall in Line".
C: Das wird nicht auf dem Album dabei sein. Vielleicht verwenden wir es als B-Seite.

Das klingt so nach David Bowie. Zumindest der Anfang.
C: Echt, findest du? Cool, ich mag David Bowie! Das Album hat schon Teile, die aggressiver klingen wie „Coming to Save You". Für uns recht hart mit einigen Rock-Riffs. Trotzdem haben wir das Dance-Element beibehalten. Es gab viel mehr Bereiche, in denen wir uns ausprobiert haben, als es beim ersten Album der Fall war. Es ist schon ein wenig wie das erste, aber klingt besser (lacht).

Craig, du hast mal gesagt, ihr wärt mit dem Debütalbum nicht so zufrieden gewesen.
C: Weil wir es so schnell machen mussten. Es war das erste Mal, dass wir ein Album gemacht haben, wir waren zwei Wochen im Studio... Wenn wir jetzt - zwei bis drei Jahre später - zurückschauen, dann mögen wir die Songs zwar schon, aber wir würden es heute anders angehen. Man wird älter, lernt mehr Tricks, verbessert sich. Dieses Mal waren wir viel stärker eingebunden.
S: Wir haben es co-produziert, deswegen ist er Sound auch viel mehr so, wie wir ihn wollten.

Ich mag euer erstes Album wirklich, aber die Mischung ist nicht optimal. Besonders deine Stimme hört sich live so viel besser an.
C: Deswegen haben wir auch so viel Zeit auf die Produktion verwendet, weil wir wollten, dass es sich anhört wie bei unseren Live-Auftritten. Es sollte sich in der Stereoanlage in jeder Hinsicht so gut anhören wie es bei unseren Shows ist. Live sind wir nämlich besser als auf CD. Hoffentlich können wir nach diesem Album sagen, dass beides gleich gut ist.

Stuart Jones @ The Priory, DoncasterEure Songs sind recht vielseitig, aber ein Element verbindet sie fast alle: ein Break. Ist das euer musikalisches Markenzeichen?
C: Weil wir so lange an den Songs schreiben, versuchen wir, den Mittelteil so interessant wie möglich zu gestalten. Mir ist das nie so wirklich aufgefallen, aber du könntest wirklich recht haben, dass sie sich alle aufbauen und dann brechen, besonders beim ersten Album.
S: Das ist wahrscheinlich, weil wir alle Dance Music mögen. Der beste Teil eines Songs ist immer der, wenn er sich aufbaut und dann total reinhaut. Aber das geht eben nicht ohne den Aufbau. Bei den meisten unserer Songs lieben wir es, sie langsam abzubauen, damit wir sie dann wieder aufbauen können.
C: Kein Kick-In ohne einen Breakdown. Aber vielleicht ist das, was wir gerade erzählt haben,  auch nur eine Lüge (lacht). Na, jedenfalls ist es das, was mir im Moment dazu einfällt.
S: Sehe ich genau so.

Was werdet ihr als erste Single auskoppeln? Ich würde ja auf „Coming to Save You" tippen.
C: Eigentlich wollten wir das als freien Download anbieten. Aber es wird tatsächlich entweder dieses Lied oder „Spell It Out" oder eins mit dem Titel „Your Friends". Es sind also einige im Rennen. Aber das wissen wir alles noch nicht. In den nächsten Wochen müssen wir ein paar Entscheidungen treffen, was die Single-Auskopplungen und das Veröffentlichungsdatum angeht.

Also wisst ihr das VÖ-Datum noch gar nicht?
C: Es wird entweder September oder Oktober werden. Das ist ein wenig spät, aber wir werden eine neue Tour starten und in größeren Clubs spielen als jetzt. Das wird dann die richtige Album-Tour.

Und dann kommt ihr hoffentlich auch nach Deutschland.
C: Aber klar! Wollen wir auf jeden Fall.
S (deutet auf das Aufnahmegerät, das Craig in der Hand hält): Das ist gar nicht an.
C: Ist es wohl. Und von vorne (lacht). Das ist mir aber echt schon passiert. Es lief richtig gut, und dann meinte einer: „Das Gerät ist nicht an."

Britische Bands frage ich gerne, von welcher Band sie mehr beeinflusst wurden oder welche Band sie mehr mögen: Blur oder Oasis. Wenn man sich eure Myspace-Seite anschaut, dann ist es bei euch recht offensichtlich.
C: Das ist eine lustige Geschichte. Bei einem Gig in Tokio ist ein japanischer Fan auf uns zugekommen und hat uns dieses Bild gegeben, das er für uns gemalt hat. Es ist quasi eine Nachahmung des Covers des „Best Of"-Albums von Blur. Wir fanden es so beeindruckend, dass wir es unbedingt irgendwie verwenden mussten. Für mich sind Blur eine der besten Bands überhaupt. Aber ich glaube, wir finden beide ganz gut.
S: Es sind beides sehr gute Bands.
C: Du und Matt, ihr mochtet beide Oasis, als ihr jünger wart.
S: Ja, aber auch Blur und Pulp. Das sind einfach tolle britische Bands. Man kann gar nicht so richtig sagen, wer besser ist. Das ist wie bei den Beatles und den Rolling Stones.
C: Das Tolle an Blur ist, dass sie sich immer wieder neu erfinden. Sie treiben sich musikalisch immer voran. Ich glaube wirklich, sie sind meine Lieblingsband. Sie haben sich nie gleich angehört und immer versucht, etwas anderes zu machen. Aber Oasis haben gute Melodien, in die man sich leicht reinhören kann.

Craig Wellington @ The Priory, DoncasterWas bekommt ihr denn von euren Fans für Reaktionen auf eure Lieder? Wenn ich z. B. „Commercial Breakdown" höre, würde ich immer am liebsten total abgehen.
C: Ja, das hat schon so was, oder? Das, was uns am meisten verfolgt, ist „Borders". Das singen immer alle, wie neulich, als wir in Leeds gespielt haben. Am nächsten Tag hat so eine Gruppe von Typen die Autofenster runtergekurbelt und gesungen (singt): Would you stop talking... Das ist der Song, den uns alle ins Gesicht singen. Total komisch. Und das sind immer so typisch britische Kerle, sehr maskulin. Obwohl „Borders" nicht wirklich ein Lied für Kerle ist. Aber trotzdem ist es das Lied, das einem im Fußball-Stil entgegen geschrieen wird. „Put You in Your Place" höre ich ab und an mal in Clubs, und das hat tatsächlich den Effekt, den du eben beschrieben hast.

Warum habt ihr eigentlich angefangen, Musik zu machen?
C: Ich hab ganz ehrlich nie daran gedacht, etwas anderes zu machen.

Du hast ja auch mal gesagt, noch einmal einen Job zu haben, wäre en Alptraum. Was für ein fürchterliches Erlebnis hattest du?
S: Frühes Aufstehen.
C: Ja, das ist nicht so schön.
S: Wenn der Wecker klingelt...
C: Ich mag einfach, was wir im Moment tun.
S: Ich spiele gerne Gitarre. Das ist echt einfach (lacht).
C: Ich habe echt nie drüber nachgedacht, was anderes zu machen. Natürlich hatten alle von uns mal Jobs, ganz fürchterliche...

Was war denn der schlimmste?
C: Ich glaube, bei Burger King oder so.
S: Ich habe in einer Lebensmittelfabrik gearbeitet und für British Gas im Verkauf. Und in Bars, aber das war okay.
C: Ja, Bars waren nicht so schlecht.
S: Es sind einfach beschissene Arbeitszeiten, und man muss hingehen, wenn man nicht will. Man hat aber trotzdem kein Geld... Es ist total mies. Dagegen ist es einfach toll, zusammen Musik zu machen, zu reisen und davon auch noch leben zu können. Warum sollte man was anderes machen wollen?
C: Ich habe auch nie gelernt, etwas anderes zu machen. Hoffentlich läuft alles gut für mich, denn ich hab alles auf eine Karte gesetzt. Es gibt keinen Ausweichplan.
S: Keinen Plan B.
C: Nein, ich hab alles auf Plan A gesetzt.

Was ist euer „Grund zu kämpfen",  um euch zu zitieren?
C: Ich hab ganz ehrlich keine Ahnung. Ich will auch gar nicht näher auf den Text von „Borders" eingehen. Das habe ich schon vielen gesagt. Es geht einfach darum, die Texte vage zu halten. Das hört sich jetzt zwar abgeschmackt an, aber lass sie das ausdrücken, was du gerne hättest. Ich weiß nicht mal mehr, was ich damit meinte. Es ist etwa sieben Jahre her. Aber ich glaube immer noch dran (lacht).
S: Jeder hat seinen eigenen Grund zu kämpfen.
C: In der Tat.

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