Sand ins Getriebe und Oehl ins Feuer

Oehl ist wieder zurück mit dem Mix aus schwerem Pop und Lyrik in HD. Diese eindeutigen Stärken der Wiener Band werden nun gebündelt für ein Konzeptalbum, das sich Kapitalismuskritik auf die Fahnen schreibt und dessen erste Single folgerichtig "Arbeit" heißt. Das komplexe Thema wird in den Händen von Oehl auch zu Statements hinsichtlich der Schattenseiten der Sebstverwirklung und zum Verkümmern menschlicher Kontakte.
Das hört sich extrem problemorientiert an, aber womöglich bieten Ariel Oehl und Hjörtür Hjörleifsson mit dem neuen Werk auch Lösungen, denn das Album wird "100% Hoffnung" heißen. Diese Hinwendung zur Besserung, das gemeinsame Verändern der Verhältnisse steht auch im Mittelpunkt des Videoclips zu "Arbeit".
Oehl bleibt eine besondere Band. "100% Hoffnung" dient als Beweis und wird am 02. Juli veröffentlicht.

www.oehlmusic.com

Bestimmt audiovisuelle Kunst

Außer perfekt gefönten Haaren zeigt der Videoclip nichts wirklich Wichtiges. Oder habe ich etwas nicht verstanden? Schließlich ist Saskia Hahn nicht nur Musikerin, sondern beschäftigt sich bereits seit Langem mit visual arts und stellt als Künstlerin weltweit aus.
Zumindest lenkt das Video nicht von der Musik ab und das ist doch entscheidend. Denn die ist ausgesprochen gut gelungen. The Heartways ist das neue Projekt von Saskia Hahn, die vielen vielleicht bekannt ist als Tourgitarristin von Pop-Ikone Peaches. Mit dem nicht mehr ganz taufrischen "By your side" liefern The Heartways nun einen Vorgeschmack auf das für dieses Jahr geplante Album. "By your side" ist ein feines Stück Indie-Pop mit einem treibendem Basslauf, knackigem Schlagzeug und mit fetten Gitarrenbreitseiten. Dazu ein klassisch-schönes Arrangement. Fertig ist der Lack. Super zu hören, gucken muss man nicht.

Jack Dalton & the Cactus Boys

Das ist vermutlich der Ostseestrand, an den diese Jungs im neuen Clip gespült werden. Denn Surf sounds finden sich nicht nur in Kalifornien. Jack Dalton und seine Cactus Boys sind nämlich waschechte Kieler und dort im Norden bereits Gesprächsstoff. Mit "¡Ten Cuidado!" ist jetzt die erste Single der Newcomer-Band am Start, von der Debüt-EP "Milkshake robbery", die heute La Pochette Surprise erscheint.
Die EP verfügt über fünf Songs mit surfigen Spaghetti-Gitarren, Garage Sound und zu guter Letzt wurde noch eine Prise Pop und Psych hinzugefügt. Eine echte Partykapelle, diese Cactus Boys!

www.instagram.com/cactus_boys

Eine gute Figur

Ob als Tänzer, Musiker oder Skater. Dino Brandão macht immer eine gute Figur. Obwohl bei ihm irgendwann traurigerweise Multiple Sklerose festgestellt wurde. Das wegzustecken und in Musik umzusetzen wie nun bei seiner ersten Single "Bouncy castle", verlangt höchste Anerkennung.
Für Dino ist die Hüpfburg - bouncy castle - ein Zeichen für die Auf und Abs des Lebens, ein Sinnbild für das Stehaufmännchen. Demenstprechend ist "Bouncy castle" ein Stück geworden, das großartig zwischen Ballade und Tanzfläche schwingt und swingt. Ein fast schon brasilianischer Touch verschmilzt darin mit spacigen Synths und der Gitarre, die den Song über dreieinhalb Minuten trägt. "Bouncy castle" besitzt die Fähigkeit für Trauer und Hoffnung zu stehen, für Gelingen und Mißlingen.
Ein sehr gelungener Start in die Solokarriere, der verbunden ist mit der Freude, demnächst noch viel mehr von Dino Brandão zu hören.

www.dinobrandao.com

Hereinspaziert

Alex Mayr hat ein Händchen für gute Popsongs. Das kann man auf ihrem ersten Album "Wann fangen wir an" aus dem letzten Jahr nachhören. Jetzt wird der Nachfolger "Park" angekündigt. Wiederum gemeinsam mit Konrad Henkelüdeke verbreitet Alex darauf Soundtrackpop, wie die Popakademie-Absolventin ihre Musik gerne selbst nennt.
Die erste Veröffentlichung vom kommenden Album ist der Track "Eingang" und kennzeichnet eventuell eine Weiterentwicklung von Alex' Sound. Kurzzeitig haut einen der Refrain um und am Ende ist man ganz gespannt, wie es bei "Park" weitergeht, wenn man erst einmal den Eingang gefunden hat.

www.alex-mayr.com

 

Hoffentlich bald Frühling

Der neue Song von klebe ist einer dieser Momente, auf die sich zu warten lohnt. Tausend Stunden Radio für umsonst, Spotify abgehakt und dann kommt "Es ist Frühling". Dermaßen unspektakulär, dass die große Gefahr beteht, es zu überhören. Wofür man sich dann aber ohrfeigen müsste.
"Es ist Frühling" ist ein Lied für alle, denen es richtig scheiße geht, denen es mal richtig scheiße ging und für alle, die jetzt noch gar nicht wissen, dass es ihnen mal richtig scheiße gehen wird.
Liza Ohm hat mit der ersten Single ein wahnsinnig beeindruckendes Debüt als klebe abgeliefert. Der Song verpackt wichtige Worte in einer erschreckenden Beiläufigkeit und beschreibt in vier Minuten die Schwierigkeiten depressiver Menschen und deren Begleiter in nahezu umfassender Art und Weise. Am Ende weiß man nicht, ob lächeln oder weinen besser passt. Die Vielfalt der Emotionen, die  "Es ist Frühling" transportiert, ist unfassbar groß. Die Einfachheit des Songs steht der Komplexität der Aussage in genialer Weise gegenüber. Der Song ist eine echte Perle!

www.klebemusik.de