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Bright Eyes - I´m Wide Awake, It´s Morning & Digital Ash In A Digital Urn (Saddle Creek)

Promofoto Conor OberstGleich zwei Alben veröffentlichte Conor Oberst unter dem Bright Eyes-Banner. Das klassische heißt „I´m Wide Awake, It´s Morning“ und ist voll gepackt mit Singer-/Songwriter-Perlen allererster Klasse. Das andere „Digital Ash In A Digital Urn“ und auf ihm finden sich bisher unbekannte Elemente: Synthies, elektronische Effekte und erstmals „richtige“ Beats. Gänzlich gelungen sind beide.


I´m Wide Awake, It´s Morning

Album-Cover I´m Wide Awake It´s MorningConor Oberst, seine Gitarre, seine Songs und einige andere Mitstreiter. Mehr braucht es nicht, für eines der herzergreifendsten Alben seit langem. Immer noch innerlich tief zerrissen tritt Conor Oberst wieder zum Seelenstriptease an, bis Zuhörerkehlen zugeschnürt werden. Die zerbrechliche, ständig leicht frustriert klingende Stimme bahnt sich ihren Weg direkt durch´s Ohr ins Herz und bleibt haften. Wie macht dieser manisch besessene Songwriter das? Liegt das am übermäßigen Rotweinkonsum? Wenn ja: Her mit der Flasche. Mehr davon. Auch wenn man manchmal kurz davor ist zu denken, dass das schon alles zuviel Drama ist: es passt doch.

Besonders gegen Ende der Platte nimmt die Intensität bedrohlich zu. Erstaunlich, wie viel Energie eine einzelne einsetzende Trompete in „Landlocked Blues“ losreißen kann. Wahnsinn, wie in „Poison Oak“ auf einmal zur einfachen Gitarrenbegleitung der Rest der Band startet. Und völlig unbeschreiblich, wenn die Bright Eyes-Version der Ode an die Freude beginnt und nach dem Ausruf „let´s fuck it up boys, make some noise“ in dramatischem Instrumentalgewitter endet und das Album krönend abschließt. Ganz großes Kino!

Digital Ash In A Digital Urn

Album-Cover Digital Ash In A Digital UrnFür Bright Eyes-Verhältnisse eine echte Revolution: elektronische Elemente überall. Akustisches Drumset gepaart mit e-drums. Synthies und Keyboards an jeder Ecke. Und dazu sind die Songs diesmal alle deutlich Beat-orientierter. Nicht mehr alleine Texte und die zerbrechliche Stimme Conor Obersts bilden den einzigen Schwerpunkt der Songs. Natürlich macht beides immer noch den größten Teil der Faszination der Platte aus. Aber verwoben mit diesen Zutaten eben nun doch auch experimentellere Elemtente. Und es passt. Irgendwie sogar gut. Und was noch viel bemerkenswerter ist: trotz Hauptthema „Tod“ wirkt das komplette Album positiver als viele der bisherigen Werke. Überall scheint doch ein kleiner Hoffnungsschimmer durch. Man hat fast das Gefühl, als sei Conor Oberst langsam gewachsen und stärker geworden.

Durch alles Neue auf diesem Album ist aber leider ein klein wenig der emotionalen Energie verloren gegangen. Jede Menge davon zwar, aber trotzdem zieht Digital Ash In A Digital Urn gegenüber I´m Wide Awake, It´s Morning leicht den kürzeren. Trotzdem eine sehr empfehlenswerte Scheibe.

Bilder: Pressefreigabe