Gute Popmusik ist doch so schwer zu finden. Und den Jungs von Golf ist es vielleicht gar nicht recht, unterstellt man ihnen gute Popmusik. Indiesonstwas klingt immer besser. Scheiß drauf. Golfs erste EP „Ping Pong" ist guter, richtig guter Pop. Mit Bass, Schlagzeug, Gitarre und Elektronik zaubern die vier Essener Wahlkölner poppige Perlen aus dem Hut, die tanzbare Elektronik genauso in sich tragen wie 80er black music und Neue Deutsche Welle. Dabei bedienen die fünf Tracks von Golf gleichermaßen körpereigene studiogestählte wie hörsaalgeschulte Eiweiße.
„Ping Pong" klingt als könnte Golf eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wie die gleichnamige Story, die in den 70er in Wolfsburg begann.
Er ist waschechter Bayer, aber inzwischen in Berlin beheimatet. Das scheint für Musiker einfach besser zu sein. Auch Afromaniac hat's geholfen. Denn nun steht er beim renommierten Kölner Label Melting Pot Records unter Vertrag. Da ist er genau richtig. Weil der Output des Berliner Beatmakers ist eindeutig HipHop zentriert.
Was wäre der Jahresbeginn, würden die Stilisten vom französischen Label Kitsuné nicht wieder die heißesten Acts für 2015 auf einem Album versammeln. Auf „New Faces II" finden sich 15 frische Gesichter, von denen Kitsuné meint, das werden die Durchstarter für's neue Jahr. Die Compilation lotet dabei wieder die ganze Bandbreite des Pop aus. Wahlweise mit dicken Beats, fliegenden Synths, Breitseiten-Gitarren, Robodiscosounds, Ethnoschnipseln oder Soulfeeling. Die Vielfalt verdankt „New Faces II" sicherlich auch der Tatsache, dass die Labelmanager erneut Talente rund um den Globus gecastet haben. Beau aus New York, Heat aus Kanada, Mocki aus Deutschland, Savoir aus Australien, Danglo aus London sind nur ein Teil der illustren Runde.
„Ich höre oft, die 80er waren für nichts gut, aber für den Funk war es eine fantastische Dekade", sagt Joe F Newman. Und das sagt wiederum viel über Joe F Newman und seine Musik. Die veröffentlicht er unter dem Namen J-Felix. Gerade eben hat er bei Tru Thoughts in Brighton unterschrieben. Das spricht für sich. Noch aussagekräftiger ist allerdings seine erste Veröffentlichung auf dem britischen Label. Heute kommt J-Felix' digitale Single „101 reasons" auf den Markt. Neben dem Titeltrack enthält die Single noch zwei weitere Stücke. Und das ist alles verdammt funky. Der Mann arbeitet nahezu ohne Samples, sondern spielt die meisten Instrumente selbst ein, singt und fügt anschließend alles zu sehr groovigen Funktracks zusammen, die zwar den Geist der 80er aufweisen, aber genauso eine gewichtige, elektronische Komponente.