Veezy verschuldet sich bei seinen Fans

Raus aus der Domstadt und ab nach Berlin. Naja...was Veedel Kaztro im letzten Sommer machte, haben ja schon viele im Musikbiz für richtig gehalten. Unter anderem auch Teka, mit dem Veedel jetzt sein neues Projekt "Frank und die Jungs" in Berlin fertig gestellt hat. "Frank und die Jungs" ist eine Soundreise in experimentelle Gefilde geworden, die Dub, wolkige Synthies und eine gehörige Portion Autotune als stilprägende Mittel bündelt und damit auch Veedels Wandelbarkeit zeigt.
Diese Wandelbarkeit spiegelt auch das neue Video "Schulden" wider. Da scheint jemand auf dem Weg zu sein, doch nicht alle Weggefährten wollen folgen. Mit dem neuen Material verliert Veedel Kaztro einige alte Freunde, wird aber sicher neue gewinnen. Und: Wer stehenbliebt, wird irgendwann überholt.

Deutsch-Amerikanische Freundschaft in trumpenen Zeiten

dafGabi Delgado und Robert Görl haben DAF im Herbst 1978 gegründet. Sie lernten sich am Tresen des Ratinger Hofs kennen, diesem Punkschuppen in Düsseldorf, in dem damals viele mehr oder minder wichtige Bands entstanden sind wie z. B. Fehlfarben und Die Toten Hosen. Die Beiden liebten die Energie des Punk, aber die Musik fanden sie eher öde: „Schlichter Gitarrenrock, traditionell, ohne Sehnsucht nach Zukunft und den Drang zur Erfindung“, meint Robert Görl dazu und spricht vielen Antihosen aus der Seele.
Es musste also was Neues her, etwas Anderes als das, was bis zu diesem Zeitpunkt die deutsche Popmusik dominierte. "Wir wollten so klingen wie vor uns niemand sonst", sagt Robert Görl und Gabi Delgado ergänzt: "Weg von den Gitarren, von den Strophen und den Refrains; wir wollten alles weglassen, was es an Ornamenten und Schnörkeln gab".
Morgen werden DAF eine umfangreiche Vinyl-Box mit dem Titel „Das ist DAF“ veröffentlichen. Diese Box beinhaltet neben den ersten vier originalen DAF Vinyl-Alben eine Remix-Vinyl mit dem Titel „Reworks“ und eine 7“ mit brandneuen DAF-Songs. Dazu kommen noch jede Menge Extras.

Jata weiß weiß weiß

Es ist ganz großer Melancholie-Pop, den Jata auf seinem neuen Album bietet. Da geht es viel um einstige Lieben und natürlich um Jatas heimlichen Sehnsuchtsort. Deshalb heißt das Album "Mexico". Das Land, welches der Kosmopolit mit bairischen Wurzeln offensichtlich in seinem Herzen trägt. Dieser Welt-, Herz- und Seelenschmerz liegt unter mächtigen Synthiegewittern, die aber auch mal Platz lassen für ein nostalgisch-verhauchtes Saxophon. Dieses Album lässt den Hörer oft angenehm verstört zurück, fragend, zweifelnd. "Mexico" ist aber phasenweise sehr bemüht, den Hörer verstört, zweifelnd und fragend zurück zu lassen. Es ist Intellektuellen-Pop mit Gefühl.

Übrigens, wer es sich beim Schauen des Videos nicht bereits dachte: "Mexico" wird von Snowhite Records veröffentlicht.

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Unsere Beziehungsphilosophin Kelela

2015 veröffentlichte Kelela ihre EP "Hallucinogen" und legte damit ein Stück untypischen und beachtenswerten R'n'B vor, der vor allem mit elektronischen Einflüssen zu überraschen wußte. Jetzt steht Kelelas erstes Album in den Startlöchern. Heißt "Take me apart" und wird sich überwiegend mit menschlichen Zweierbeziehungen auseinandersetzen. Vorneweg schickt die Amerikanerin mit äthiopischen Wurzeln die Single "LMK". Das dazugehörige Video betont den Facettenreichtum der 34-jährigen, deshalb taucht Kelela in diversen Outfits auf (Holzauge sei wachsam!). Wie bisher bedient sie aber auch gängige Klischees des R'n'B. Es wird also spannend: Was bietet das kommende Album und wohin geht die Reise mit der schönen Kelela?

Billy Bragg - Reden wir Klartext

Billy Bragg, der britische Altmeister des Protestsongs, kann in Zeiten wie diesen nicht zu Hause beim Tee sitzen und zusehen, was auf der Welt passiert. Nach der Veröffentlichung der letzten Single "The sleep of reason" erscheint heute nun mit „King Tide and the Sunny Day Flood“ ein weiterer Song einer ganzen Reihe neuer Stücke, die in den nächsten Wochen nach und nach unter dem Motto "Bridges not walls" veröffentlicht werden.
"King Tide and the Sunny Day Flood" kommt als klassischer Countrysong daher mit C J Hillman an der Pedal Steel, reißt niemanden musikalisch wirklich vom Hocker, ist aber trotzdem bemerkenswert. Während der Großteil der Musikwelt weiterhin feiert und sich in seinen Selbstbefindlichkeiten suhlt, gibt es glücklicherweise Leute wie Billy Bragg, die dem fragwürdigen Gang der Dinge nicht träge zusehen. Sondern mit einem klassischen Protestsong angemessen auf den Wahnsinn unserer Welt reagieren.

Hannover, Hamburg, Helgen

Die Hamburger Band Helgen, die eigentlich aus Hannover kommt, deren Mitglieder aber aus Krummendeich, Langenhorn und Norderstedt stammen, also diese Band Helgen steht ganz kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Halb oder gar nicht" auf dem renommierten Label Chateau Lala.
Helgen macht Popmusik im allerbesten Sinne. Eklektisch, smart, eingängig. Zeitgemäß, aber nicht an Trends interessiert. Manchmal funkig, manchmal eher akustisch. Man kann dabei an Paul McCartneys Soloplatten aus den 70er denken, oder an Paul Simons „Graceland“, aber auch an den Indiepop der Frühnuller-Jahre. Man kann bei "Halb oder gar nicht" an alles denken. Oder einfach an Helgen.
Helgens Produzent Olaf Opal, der auch die Sportfreunde Stiller und Die Sterne betreut hat, fasst das mal kurz für uns zusammen:"Datt is 'ne geile Band. Psychedelic 60´s mit Bock und 'n bisschen Hipsterkrams.“
Hier seht ihr das aktuelle Video "Fernsehturm" und wie gesagt: Morgen kommt das Album.