Blackmore´s Night vor dem Jagdschloss Herdringen, Juli 2004

ImageKurz und knapp - Rocker oder Rentner? Ritchie in Arnsberg-Herdringen. Traumhaft schön.

Finger bewegen sich filigran über die Saiten der Gitarre - es breitet sich ein magisches Gefühl von perfekter Technik und tiefsten Emotionen aus: Ritchie Blackmore, eine der größten Rock-Legenden unserer Zeit. Mit seiner "Blackmore´s Night" verzauberte er 1.300 Fans vor dem Jagdschloss in Arnsberg-Herdringen.

Ein Bild wie aus alten Zeiten: in zwei Kutschen fuhren die Bandmitglieder vom Eingang des Jagdschlosses zur großen Bühne. Unter Fackellicht betraten die Musiker die Bühne. Mr. Blackmore fuhr übrigens nicht mit den Kutschen - er zog es vor, heimlich per Auto in den Backstage-Bereich zu gelangen.

Zu Beginn des Konzertes dann die erste Ernüchterung für viele Besucher - mittelalterliche Musik ("Renaissance-Musik") gaben die "Spieluden" von Ritchie Blackmore zum Besten. "Ghost of a rose" und Balladen wie das brandneue "Once in a Million Years". Mit Akustik-Gitarren, Flöten und Geige. Der erste "Schrecken" verflog aber schnell - nicht zuletzt Dank der feiernden Fan-Schar der "Blackmore´s Night". Diese machten es sich vornehmlich in den ersten zwei Sitzreihen bequem - und zogen alle Blicke wegen ihrer Kostüme auf sich. Barden, Edelmänner und Burgfräulein tummelten sich vor der Bühne, wagten zeitweise sogar ein Tänzchen.

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Mystisch, magisch und auch irgendwie manisch - nur selten hob Blackmore seinen Blick ins Publikum. Wie in Trance starrte er beim Spielen auf sein Instrument. Lediglich wenn er zwischen den Stücken die Gitarre wechselte - immerhin sieben verschiedene waren griffbereit auf der Bühne für ihn - ging er etwas aus sich heraus.

Dann wagte er wenige Schritte an den Bühnenrand und gab den Fans die Hand. Nur um danach wieder in den dunklen Hintergrund zu treten und seiner Sängerin und Lebensgefährtin Candice Night die Bühne zu überlassen.
Ekstatische Bewegungen, wilde Sprünge - all dies hat "Ritchie" nicht mehr nötig. Er überlässt das Flirten mit den Fans Candice Night. Trotzdem: Mr. Blackmore liebt das Rampenlicht. Wenn er zu einem seiner Gitarren-Soli ansetzt, fällt der Spot auf ihn. Wie ein Geist schwebt während der ganzen Show der große Ritchie Blackmore über der Band.

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Wie zu besten Deep-Purple-Zeiten spielte Blackmore sein Instrument - ganze zweieinhalb Stunden lang. Das Publikum jubelte und sprang von den Sitzen auf - Blackmore setzte zu Purples "Soldier of Fortune" an. Auch wenn er in Interviews keine Fragen zu seiner Zeit bei Deep Purple oder Rainbow beantwortet - die Musik begleitet ihn immer noch - auch auf der Bühne. Wie ein Geist schwebt sie über ihm.

(mh)

Bilder: (mh)