Wiedergeboren in Lagos

Ich habe die Ruffcats bereits bei vielen Gelegenheiten gehört. Trotzdem wusste ich nicht, dass diese Berliner Band eine astreine Afrobeatkapelle ist. The Ruffcats stellen das nun unter Beweis, mit dem Album, dass morgen bei Sonar Kollektiv erscheinen wird.
"Orile to Berlin" ist eine Zusammenarbeit mit dem in NIgeria geborenen Rapper Rapturous Apollo Helios oder kurz RAH. Das ist mitreißender Afrofunk, Afrorap, Afropop, Afrobeat. Schrille Orgeln, krasse Bläser, cooler Bass und Gitarrenhighlights mischen sich zu einem Sound, den ich vor 20 bis 30 Jahren absolut zielsicher in den Straßen zwischen Pazifik and The Shrine, mitten in Lagos,  verortet hätte.
RAH ist vor einigen Jahren von Lagos nach Berlin gekommen und hat The Ruffcats offensichtlich zu dieser Musik inspiriert. Oder konnten die das schon immer?
Ursachenforschung ist müßig, wenn das Resultat stimmt. "Orile to Berlin" ist ein Hammerding und wird im Herbst in Clubs deutschlandweit vorgeführt. Bisher stehen lediglich vier Termine, aber es besteht Hoffnung, dass weitere deutsche Städte und ihr in den Genuss dieses Sounds kommen werden.

www.ruffcats.de

 

Blue-eyed Pop

Nicola Rost hat schon eine Menge Erfolge gefeiert als wichtiger Teil der Berliner Band Laing. Top10-Singles, ausverkaufte Hallen, ESC. Das lässt sie nun hinter sich und kündigt  ihr Solodebüt an. Deswegen gibt's ab jetzt die zweite Single "Merkst du schon was?". Ein fluffiger Popsong mit einem schönen Sommergroove. Nicolas neue Songs sind tanzbar, haben aber manchmal auch den Charakter eines Chansons.
Dazu Nicolas Stimme mit Wiedererkennungswert. Das scheint eine Gewinner-Kombi zu sein. Und Nicola Rost verspricht: "Es wird noch schöner". Also aufpassen, wenn das Soloalbum Ende September bereit steht.

www.instagram.com/nicola_rost

 

Was bitteschön ist Katzenjammer?

Catpack aus Los Angeles sind sind zu dritt und allesamt sehr renommiert im Musikbusiness mit Grammy Nominierungen und zahlreiche Arbeiten für bekannte Musiker und Muskerinnen. Nun haben sich Amber Navran, Jacob Mann und Phil Beaudreau zusammengetan, Catpack gegründet und das erste Album veröffentlicht.
Catpack produzieren einen jazzinspirierten R&B. Ein elaborierter Sound mit Anleihen bei Funk, Neo-Soul und Electronica. Facettenreiche Klänge, die alle Drei bereits aus ihren bisherigen Projekten kennen, der nun aber bereichert wird durch die enge Freundschaft, die Amber, Jacob und Phil verbindet. Phil hält die Chemie untereinander für ein Geschenk, das ihre gemeinsame Arbeit so viel leichter macht.
Das selbstbetitelte Debütalbum ist letzte Woche bei Tru Thoughts in Brighton erschienen und im Herbst folgt die erste Tour, für die es gegenwärtig leider nur zwei Termine in Europa gibt. Es wäre cool, wenn neben London und Groningen auch die ein oder andere deutsche Station hinzu käme.

www.catpackmusic.com

 

Nordische Gefühle

Wenn man die Band Svaneborg Kardyb nennt, macht man am besten Jazz. Ich vermute, so haben Nicolas Svaneborg und Jonas Kardyb nicht gedacht, sondern ihr Duo ganz simpel nach sich selbst benannt.
Svaneborg Kardyb stehen kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums und haben deshalb die Single "Superkilen" veröffentlicht. Es ist wieder einmal ein sehr emotionaler, warmer Sound geworden, den die Beiden mittels Wurlitzer-Piano und Drums erschaffen. Svaneborg Kardyb zeichnen sehr feine Melodien aus, begleitet von virtuosen, groovigen Drums, subtiler Elektronik und: Na ja...Jazz. Mit nordischen Ambiente.
Das ist wunderschöne Musik, die euch ab Oktober erneut in voller Albumlänge erwartet. "Superkilen" ist der erste Track des kommenden, gleichnamigen Albums. Superkilen ist eine städtebaulich entwickelte, ehemalige Brachfläche mitten in Kopenhagen, die künstlerisch gestaltet wurde, um Einwanderer und Einheimische in einer Stimmung der Toleranz und Einheit zusammenzubringen. Man wünschte sich, so etwas würde europaweit für Schlagzeilen sorgen anstelle menschenverachtender Rechtsparteien.

"Superkilen"  ab 18. Oktober bei Gondwana Records.

www.svaneborgkardyb.com

Pop wird skelettiert

Elias ist kein Newcomer, aber irgendwie doch. Der Berliner Sänger und Produzent hatte bereits eine erfolgreiche Karriere unter anderem Namen, schmiss vor zwei Jahren aber alles hin.
Jetzt steht er mit neuem Namen wieder auf der Matte und droppt introvertierten, feinfühligen Pop. Der neue Track "Gar nichts sagen" zeigt, wo's hingeht mit dem kommenden Debüt in Albumlänge. Elias speckt ab, entwirft Pop, der sich auf das Wesentliche beschränkt. Dazu passt maïa als Partnerin sehr perfekt, denn sie ist in ähnlichen Gefilden unterwegs.
Das hört sich sehr pur an, minimal und ich wette, dass Elias zwischendurch gern Oehl aus Wien hört.
Das Album "Verlieren/Gefunden" erscheint am 26. Juli und ist die Basis für einige Festival-Auftritte im Sommer und für die eigene Tour im Dezember duch deutsche Clubs.

www.instagram.com/eliassonstnichts

Ende und Anfang

visionofcontentmentDer Pianist Joep Beving und der Cellist Maarten Vos haben ihr erstes gemeinsames Album "Vision of contentment" fertiggestellt. Es ist von Nils Frahm abgemischt worden und erscheint am 19. Juli auf dessen Label Leiter.
Es ist ein berührendes Werk geworden wie die erste Auskopplung "2:07" beweist. Die Aufnahmen in einem Schuppen im Wald in der niederländischen Provinz standen unter dem Eindruck des Todes eines nahen Freundes von Joep und Maarten. "2:07" dokumentiert den Todeszeitpunkt des Freundes und die intensiven Gefühle von Maarten und Joep, die sie umgehend in Musik umgesetzt haben.
"Visions of contentment" ist eine Hommage an den guten Freund Mark Brounen geworden. Aber nicht nur das. „Das zentrale Thema hier ist die ‚Blaue Stunde‘, die Dämmerung“, erklärt Beving. „Der Übergang von einem Zustand in den anderen, aber auch die Umarmung der Dunkelheit."
Für Maarten Vos sind die eindringlichen Klänge von "Vision of contentment " „eine Klanglandschaft, die zur fantasievollen Erkundung einlädt.“
Das Album sei euch im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz gelegt.

www.leiter-verlag.com