Bier in Kaffeetassen

Es ist langweilig. echt langweilig, wieder und wieder Swutscher zu besprechen. Aber es ist geil. Die Norddeutschen haben ein Händchen für schmutzigen Rock'n'Roll und passende Videos. Der aktuelle Song der Band heißt "Tabak" und macht Lust. Lust auf Spelunken, Lust auf Alkohol und vor allem Lust auf Kippen.
Das muss jetzt sein. Ein schönes Stauder aus dem Zapfhahn, eine Selbstgedrehte und Rock'n'Roll, Surf-Gitarren, ein treibender Bass plus durchgedrehte Orgel. Ahhhhh, tut das gut.

www.swutscher.de

Lasst o.k.kuper doch nicht allein

Warum besprechen wir bei unruhr zum wiederholtem Mal eine Band aus Oldenburg? Ganz einfach, weil der Bass der Band aus Bochum-Wattenscheid kommt. Und weil o.k.kuper nebenbei eine großartige Band ist, die niemand hören will und wir das nicht verstehen.
Schneidende Gitarren, ein Schlagzeug wie ein Metronom, der Bass aus Wattenscheid, himmlische Chöre und thekenphilosophische Texte. Alles handgemacht auf einem Dachboden in Huntlosen (ist die Partnerstadt von Wattenscheid, glaub' ich). Schöne Rockmusik mit einer kleinen Prise Abseitigkeit, meistens mit viel Drive und hundertprozentiger Mitsinggarantie. Das ist alles nachzuhören auf dem zweiten Album von o.k.kuper, das "Alleinsein im Chor" heißt, brandneu ist und ab sofort auf den üblichen Kanälen zu streamen ist.
Also Leute, jetzt müsst ihr euch endlich dieser Band widmen, sonst verrotten die Vier in ihrer Kate im Moor. Schiebt die Rockstarkarriere von o.k.kuper an, bevor es zu spät ist. Rollatoren auf Bandfotos sehen einfach scheiße aus.

www.instagram.com/o.k.kuper

Wäre Dieter-Thomas begeistert?

Die Resi ist Österreicherin und muss nur über den Brenner. Vermutlich ist deshalb der Schlager entstanden "Ich will nach Italien". Ein kleines Stück Musik, das Sehnsüchte stillt oder auch nicht. Das Schlager ist oder auch nicht. Das Spaß macht oder auch nicht.
Resi Reiner hat nie eine Karriere im Musikbusiness geplant. Aber jetzt ist sie draußen, die Debüt-Single. Ein Song, der gemacht ist für die Adilette und das Besetzt-Handtuch auf der Sonnenliege. Und in einer langen Tradition bis hin zu Frl. Menke steht, die Dieter Thomas Heck vermutlich nur unter Androhung von Gewalt in seiner Hitparade zuließ.
Und jetzt verrat ich euch was: Am Samstag fahre ich einfach geradeaus nach Süden. Nach Italien. Und auch Jens Spahn kann mich dieses Mal nicht aufhalten.

www.instagram.com/resingbitchface

Der Abschied von Benzinzapfsäulen

Hamm in Westfalen. Das ist nicht Berlin, nicht Hamburg, nicht Köln. Nicht mal Ruhrgebiet. Aber es ist die Heimat der Kapelle Petra mit Leadsänger Opa. Und deren Sound ist mehr als Hamm. Vielleicht nicht Berlin, Hamburg, Köln. Aber mindestens Ruhrgebiet. Schnörkellosen Indie-Rock bekommt ihr geliefert von dem Hammer Trio.
Das neue Stück "An unserer Tanke brennt noch Licht" gehört zur EP "Der Herbst" und diese gehört zur jahresbegleitenden Tetralogie der Kapelle Petra mit dem Titel "Die vier Jahreszeiten" und ist nicht geklaut von Beethovens Bruder oder so. "Der Herbst" ist ein wenig depressiver als die bisher erschienenen "Der Frühling" und der "Der Sommer". Logisch. Freuen wir uns trotzdem auf "Der Winter" und die Erscheinung von "Die vier Jahreszeiten" Ende November.

www.kapellepetra.de

Deep, deep, deeper

Das haben sie sich verdient. Mit dem dritten Album "A force majeure" haben Tora nun endlich eine Colours Sessions bekommen. In den bunten Berliner Studios können die Australier ein Stück des neuen Albums performen. "In deeper" steht dabei stellvertretend für die Synthie-Melodien, die sich im Hirn festsetzen und mit dem neuen Werk endgültig zum Markenzeichen der Band geworden sind.
Die Jungs, die schon länger in Amsterdam zu Hause sind, verstehen es blendend, eine unwiderstehliche Mischung aus tanzbaren und nachdenklichen Elementen hinzubekommen. Das ist höchst niveauvoller Pop. "A force majeure" ist frisch veröffentlicht und enthält 11 Tracks anspruchsvoller Kunst.

www.toramusic.com.au

Dub di Dub

Nils Frahm, der alte Jazzer, war bisher des Dubs unverdächtig. Und auch gemeinsam mit F.S. Blumm macht er sich des Plagiats unschuldig. Denn das Ergebnis der erneuten Zusammenarbeit ist zwar dem Dub gewidmet, dieser unwiderstehlichen Musik, die auf Jamaica zu Beginn der 1970er erfunden wurde. Doch bezieht der Dub von Blumm und Frahm auf "2x1=4" seine Spannung nicht aus der kreativen Simplizität jamaicanischen Dubs, der von dem Ein- und Ausblenden verschiedener Tonspuren lebt. Der Dub der beiden Berliner hat seine Wurzeln mehr in elektronischer Musik, nutzt synthielastige, heftig verhallte Klänge.
Damit bewegen sich die Beiden im Bereich der digitalen Dichter und Denker, werden aber deswegen vermutlich nicht im Team Laschet enden. Dafür ist "2x1=4" zu cool geworden, denn auch Frahm und Blumm haben die unverzichtbare Basis guten Dubs erkannt: Eine solide Bassline.
"2x1=4" erscheint morgen bei Frahms hauseigenem Label LEITER und sei allen Fans der entspannten Unkonventialität wärmstens ans Herz gelegt.

www.fsblumm.de
www.nilsfrahm.com