Tja, was isser denn, der gute Louis Berry aus Liverpool? Er kommt als echter Shouter daher und ist endlich mal wieder einer, der dreckige Sounds abliefert. Krachender Rock'n'Roll, den Shakin' Stevens nicht mal unter heftigen Drogeneinfluss hinbekommen hätte. Dazu die Haltung des bösen Jungen. "Zeig mir einen Song in den aktuellen Charts, der etwas über dein oder mein Leben aussagt - es gibt keinen einzigen! Chartmusik ist wie Süßigkeiten - sie bietet dir keine Nahrung für deine Seele. Nach einer Stunde bist du schon wieder hungrig“, meint Louis und seine Debüt-EP heißt deshalb auch "Rebel". Klaro...
Die ist zwar bereits 2015 in England auf den Markt gekommen, doch jetzt erst versucht der Brite bei uns durchzustarten. Markanter Kopf, einprägsame Stimme und volle Pulle Musik. Gute Karten für Erfolg. Geben wir ihm eine echte Chance und schauen mal, ob Berry echt ist oder nur eine sehr gute Werbeidee.
Sylvester Uzoma Onyejiaka der Zweite ist ein bisschen Wunderkind. Der als Sly5thAve bekannte Multiinstrumentalist, Songschreiber, Arrangeur, Produzent ist bereits im Namen der ganz Großen unterwegs gewesen: Für Prince gespielt, für Gladys Knight und Stevie Wonder, aber nebenbei immer sein eigenes Ding durchgezogen. Heute kommt seine EP "Composite" auf den Markt. Dafür hat er sich sechs weltbekannten Popsongs angenommen und diesen orchestrale Gestalt gegeben. Zusammen mit dem 30-köpfigen ClubCassa Chamber Orchestra aus Brooklyn, New York werden aus Rihannas "Pour it up" oder Drakes "Love me" klassisch instrumentierte Kammermusikspielereien, die nicht mit Flöten, Flügelhörnern, Trompeten und Posaunen geizen. Sly5thAve ersetzt synthetische Sounds durch Livemusiker und völlig organische Texturen. Das trifft nicht jedermanns Geschmack, hat aber Charme. Das britische Label Tru Thoughts hat daraus flugs die besagte EP gemacht.
Am kommenden Freitag wird das Debütalbum von Olsson öffentlich, das eigentlich nicht wirklich ein Debüt ist. Denn der Schwede Christian Olsson ist schon seit geraumer Zeit im Musikgeschäft, aber erst jetzt bringt er sein Solowerk heraus. Das heißt "Millions" und es stellt sich die Frage, ob er damit tatsächlich Millionen scheffeln oder nur Böhmermanns Ruf nach intelligenter Popmusik befriedigen wird.