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The Pigeon Detectives: „Wir sind nette Jungs, die skandalöse Rockstars sein können“

The Pigeon DetectivesEine Entstehungsgeschichte wie sie sich bei vielen Bands findet: Man geht zusammen zur Schule, ist jung, enthusiastisch und musikbegeistert. Was liegt da näher, als eine eigene Band zu gründen und die Nachmittage mit gemeinsamem Musizieren tot zu schlagen? So haben auch Matt Bowman (Gesang), Oliver Main (Gitarre), Ryan Wilson (Gitarre), Dave Best (Bass) und Jimmi Naylor (Schlagzeug) alias The Pigeon Detectives das Fundament eines erfolgreichen Daseins in der Indierock-Szene geschaffen.

Acht Jahre ist die Grundsteinlegung nun her, und in der Zwischenzeit ist viel passiert: 2007 brachte die fünfköpfige Truppe aus Leeds ihr erstes Album „Wait For Me" in die Läden, tourte mit den Dirty Pretty Things, ihren heimischen Kollegen Kaiser Chiefs und später dann alleine und brachte vor Kurzem bereits ihr zweites Studiowerk „Emergency" heraus, das nahtlos, jedoch ein wenig erwachsener, an den Erstling anknüpft.

Beeinflusst von den obligatorischen Beatles, aber auch den legendären Britpop-Veteranen Oasis, reihen sich die Tauben-Detektive (ich weiß, die Übersetzung fehlt in keinem Artikel über die Jungs, aber ich finde sie einfach zu toll, weil so bescheuert) passgenau in die zeitgemäße Linie der britischen Indie-Bands ein. Zugegebenermaßen stechen sie aus diesen nicht unbedingt hervor, erinnern sie u. a. doch sehr an Mitstreiter wie The Rakes oder The Rifles, jedoch verleihen auch sie ihren Songs immer eine persönliche Note, die meist aus Anleihen an den Rock'n'Roll der 50er Jahre besteht. Und außerdem machen ihre Lieder einfach total Spaß!

Wir wollten von Matt und Ryan wissen, ob sich der Erfolg ihres ersten Albums mittlerweile nicht mehr nur in den Charts bemerkbar macht, warum sie so schnell schon das zweite Album nachlegen und ob sie wirklich so nett sind wie sie aussehen.


Wir hatten das Interview bei euerem Label (Dance to the Radio) angefragt, aber da war die Mailbox voll. Wir wussten nicht, was wir noch tun sollten, um ein Interview mit euch zu bekommen. Und dann standet ihr da plötzlich beim Wombats-Konzert, und wir konnten euch direkt ansprechen. 

Ryan: So funktioniert das meistens. Wir arbeiten nicht gerne per Mail.
Matt: (lacht) Die Typen beim Plattenlabel sind Idioten. Schreib das bitte.

Matt BowmanWann hat euch das letzte Mal jemand in einem Club gefragt: „Seid ihr die Pigeon Detectives?"

M: Das passiert eigentlich jedes Mal, wenn wir in einem Club unterwegs sind. Wenn wir gut drauf sind, sagen wir: Ja. Wenn wir in Verarscher-Laune sind, sagen wir: Nein. Aber das passiert wirklich fast überall. Wahrscheinlich wegen meiner blöden Frisur.

Patti: Ja! Daran hab ich dich auch erkannt.
Pam: Du kannst doch jetzt nicht „Ja!" sagen!
Patti: Aber es stimmt doch. Die Frisur ist einfach unverwechselbar.
Pam: (zu Matt) Du hast eine schöne Frisur.

M: (zu Pamela) Oh, vielen Dank. Du musst dich jetzt aber nicht für deine Kollegin entschuldigen.

Patti: (zu Matt) Du hast doch selbst gesagt, die Frisur ist blöd.

M: Aber du hast zugestimmt.

(allgemeines Gelächter)

Wie sind eure Fans denn so?

M: Wir haben ein gemischtes Publikum. Aber die meisten Fans sind am jüngeren Ende des Marktes angesiedelt. Die Kids kommen zu unseren Gigs zum Crowdsurfen, sie gehen total ab. Aber es gibt auch ein etwas älteres Publikum, die Mamas und Papas im Hintergrund, die zu unserer Musik mit dem Fuß wippen. Ich glaube, unsere Musik spricht alle an. Nur die Obercoolen, die kommen nicht zu unseren Konzerten. In England gibt es so eine bestimmte Fangruppe. Denen ist Mode wichtiger als Musik. Sie gehen zu Konzerten um „In" zu sein und cool auszusehen. Zum Glück kommen von denen nicht viele auf unsere Konzerte. Denn die regen mich ganz schön auf. Ich glaube, die Leute, die zu unseren Konzerten kommen, wollen einfach eine tolle Zeit und etwas Spaß haben. Und ich hoffe, die haben sie auch.

Habt ihr eine feste Fanbase?

R: Es gab da einen Typen, ich kann mich gar nicht mehr an seinen Namen erinnern. Er ist Deutscher und war auf einer Reihe von unseren Konzerten. Unsere Fans sind ziemlich engagiert. Man trifft in New York schon mal einen Fan, der auch in Manchester oder Leeds auf einem Konzert war. Das überrascht uns immer wieder. Aber wir haben eine fundierte Fanbase, ganz egal, wo wir spielen.
M: Es gab da mal diese zwei japanischen Mädels, die sind uns um die halbe Welt gefolgt. Und sie haben uns sogar Geschenke gebracht. Sie waren in Paris, in London, in Leeds, in Japan und Amerika. Sie tauchten einfach überall auf.

Ihr seid in letzter Zeit ganz schön rumgekommen. Habt ihr in verschiedenen Ländern verschiedenes Publikum?

M: In Amerika haben wir erst angefangen. In Deutschland und Österreich waren wir schon öfter. Und in England ist es noch mal ganz anders. Aber je größer du wirst - so wie die Wombats - umso verrückter wird das Gedränge in den ersten Reihen. In Amerika ist das ganz anders. Dort ist das Publikum eher neugierig. Die stehen meistens nur rum, schauen und hören zu. Bei den Konzerten in England geht die Post ab. Die Leute springen herum, als ob es kein Morgen mehr gibt.
R: Deutschland, Holland und Österreich liegen irgendwo dazwischen. Viele Leute kennen uns noch nicht, die schauen und hören nur zu. Aber es gibt auch schon richtige Fans, die versuchen natürlich in die erste Reihe zu kommen.  

Welche Fans wart ihr selber früher? Die, die in der ersten Reihe stehen, die in der Mitte Pogo tanzen oder die hinten an der Wand lehnen und nur zuschauen?

M: Ich glaube, von jedem etwas. Die meisten meiner Lieblingsbands, die ich unheimlich gerne mal gesehen hätte, haben Konzerte gegeben, bevor ich geboren war oder als ich noch zu jung war, um auf Konzerte zu gehen. Ich hatte also nie die Möglichkeit, meine absolut größten Lieblingsbands live zu sehen. Am nächsten kommen vielleicht Oasis. Ich hab sie damals zu ihrem vierten oder fünften Album gesehen. Ich hab aber gar nicht erst versucht, nach vorne zu kommen. Ich will einfach nur die Musik genießen. Dafür muss ich nicht unbedingt in der Gegend herumspringen.
R: Ich stehe lieber in der Mitte. Ich hasse es, wenn es zu voll ist. Manchmal, wenn man recht weit vorne steht, wird man total zerquetscht.
Matt: Ich erinnere mich daran, wie Dave und ich beim The Strokes-Konzert auf dem Leeds Festival voll abgegangen sind. Und bei The Prodigy. Das war die erste Moshpit, in die wir uns reingewagt haben. Dave hat seine Brille verloren und mein T-Shirt war am Ende des Konzerts zerrissen. Das war schon etwas verrückt, danach hab ich Moshpits gemieden.

Wait For MeDie Tiere, die in Verbindung zu eurer Band stehen - Tauben im Namen, Hirsche auf dem Album-Cover - sind als Symbole mit Attributen verbunden, die nicht wirklich zu einer Rock'n'Roll-Band  zu passen scheinen. Tauben stehen für Frieden und Reinheit, Hirsche für Fruchtbarkeit (okay, das mag ein wenig auf eine Rock-Band zutreffen), Unsterblichkeit (hm, das vielleicht auch) und „das Gute". Seid ihr also eher die „netten Jungs von nebenan" als die typischen Rockstars?

M: Ich glaube, es kommt drauf an, mit wem du redest. Viele halten uns für die „netten Jungs von nebenan", wenigstens die, die uns kennen. Es können Dinge über dich geschrieben werden, die manche in den falschen Hals bekommen und dann vielleicht denken, wir seien skandalöse Rockstars, aber ich finde, wir sind nette Jungs, die skandalöse Rockstars sein können, wenn sie genug getrunken haben.

Was war das Schlimmste, das ihr getan habt, als ihr betrunken wart?

(Schweigen)

Das wollt ihr wohl nicht erzählen, was?

(Gelächter)

M: Ich persönlich habe noch nichts wirklich Schlimmes gemacht. Ich weiß nicht... Mir fällt nichts ein. Was ist mit dir (zu Oliver)? Hast du einen von uns schon mal was Schlimmes tun sehen?
R: Wir trinken schon mal gerne ein Glas und machen auch verrückte Sachen, aber nichts, was uns Ärger einbringt.
M: Ich bin mal durch das Fenster in einem Hotel gefallen. Wir sind auf dem Bett rumgesprungen...
Olli (der bis dahin auf einem Sofa gedöst hat): Nackt!

Pass lieber auf, was du sagst! Es könnte euch total falsch ausgelegt werden Zwinkernd!

M: Mein kleiner Finger musste genäht werden, was nicht sehr beeindruckend ist. Wir sind nette Jungs, deswegen haben wir keine Geschichten, die wir erzählen könnten.

Ist schon okay. Mir ist aufgefallen, dass es in euren Liedern und im Artwork einen Dualismus gibt: Gut gegen Böse. Die zwei Hirsche auf dem Cover von „Wait For Me", die eigentlich für „das Gute" stehen, kämpfen gegeneinander und die Lieder sind teilweise richtig macho („You Know I Love You"), handeln auf der anderen Seite aber auch von Jungs, die zurückgestoßen werden („I Found Out") und unsicher sind („Don't Know How To Say Goodbye"). Ihr wärt sicher ein interessanter Fall für Freud. Anton Annerson von Molotov Jive hat uns neulich im unruhr-Interview gesagt, Songwriting sei für ihn eine Art Therapie. Was ist es für euch?

M: Wir suchen nicht nach den Liedern, die Lieder suchen nach uns. Sie fallen uns einfach in die Hände. So hat Olli es mal beschrieben, aber das war wahrscheinlich gelogen.
O: War's nicht!

Also nichts, was ihr verarbeiten müsstet, das aus euch rauskommen muss?

M: Nicht wirklich. Normalerweise treffen wir uns im Proberaum und jeder spielt seine Version eines Songs. Wir arbeiten an den Liedern als Band. Als wir anfingen, Lieder zu schreiben, entstand das aus Langeweile. Wir hingen in Ollis Zimmer ab, und es machte uns einfach Spaß. Also eine Therapie ist es für uns nicht. Wir machen gerne Musik, wir schreiben gerne Lieder.

Ihr erzählt gerne Geschichten.

M: Ja, es ist schon irgendwie wie Geschichtenerzählen.

Aber sind die Geschichten auch ein bisschen autobiographisch?

M: Vielleicht 50%. 50% sind erfunden, und der Rest ist beeinflusst von Sachen, die wir erlebt haben, in die wir aber nicht unbedingt selbst verwickelt waren. Wir nehmen gerne Geschichten und drehen und wenden sie ein wenig, erzählen also nicht die genaue Version.

v.l.: Dave Best, Ryan WilsonSeid ihr Perfektionisten?

M: Das ist recht schwierig, weil wir eine ziemlich faule Band sind (lacht). In kurzen Phasen arbeiten wir richtig hart. Manchmal sitzen wir im Proberaum, spielen ein paar Lieder und merken dann, dass wir gerade nicht in der Stimmung dafür sind. Dann gehen wir nach Hause oder Shoppen. Zu anderen Zeiten arbeiten wir dann drei Tage lang durch. Es kommt wirklich drauf an, in welcher Stimmung wir gerade sind.

Euer neues Album „Emergency" ist vor Kurzem rausgekommen. Ihr habt es in ziemlich kurzer Zeit aufgenommen. Was war der Grund für die Eile?

R: Es war nicht wirklich in Eile. Wir vergleichen uns gerne mit den Beatles, und die haben teilweise mehrere Alben in einem Jahr aufgenommen. Alles, was sie gemacht haben, haben sie in nur wenigen Jahren gemacht. Sie haben ständig Lieder geschrieben. Kurz nach unserem ersten Album hatten wir schon ein paar Lieder für das nächste fertig, ungefähr zwei oder drei. Da haben wir uns dazu entschieden, es bereits im nächsten Jahr rauszubringen. Wir haben ein paar Wochen geprobt und hatten danach 18 Lieder, von denen wir dann die Besten ausgesucht und im Studio aufgenommen haben.

Der Aufnahmeprozess war aber doch ziemlich schnell.

R: Das stimmt. Wir haben die Lieder geprobt und so gut hinbekommen, wie es eben ging. Ja, alles in allem ging es schon recht schnell. Manche Bands brauchen zwei Jahre, um ein zweites Album zu produzieren.
M: Es kommt einem nur so schnell vor, wegen des Standards, der von heutigen Bands und Plattenfirmen erschaffen wurde. Heute braucht eine Band zwei Jahre, um ein zweites Album rauszubringen. In den 60ern war es normal, das alle sechs Monate zu tun. Die Plattenfirmen wollen heute aus allen Alben herausquetschen, was geht.

Genau das haben auch Little Dragon im Interview gesagt, als ich mit ihnen gesprochen habe. Sie würden sehr gerne dieses Jahr ihr zweites Album herausbringen, aber ihnen wurde gesagt, dass das so nicht funktioniert: „Ihr seid gerade auf Promo-Tour für das erste, da könnt ihr nicht dieses Jahr schon das nächste rausbringen."

M: Das wurde uns auch gesagt. Das Beste daran, bei einem kleinen Indie-Label zu sein, ist, dass wir machen können, was wir wollen. Wir hatten die Lieder und wollten sie veröffentlichen, also haben wir es getan. Wir versuchen, alles in unserem Sinne zu machen.

Das machen ja mittlerweile viele Bands. Wir haben neulich mit The Futureheads gesprochen, die ihr eigenes Label, Nul Records, gegründet haben. Sie haben uns im Interview die Geschichte erzählt, wie das mit ihrer letzten Plattenfirma war und wie leicht es heute ist, seine Musik selbst zu vertreiben, besonders über das Internet. Euer Label lässt euch also ziemlich viel Freiheit?

M: Uns gehören 20% des Labels. Als sie wollten, dass wir bei ihnen unterzeichnen, hatten sie kein Geld, also haben wir uns 10% der Anteile geben lassen. Beim zweiten Album wollten sie das Ganze wiederholen, also haben wir uns noch mal 10% geben lassen. Damit machen wir unser Geld.
R: Das ist bei Weiten der beste Weg. Es kommt aber auf die Band drauf an und ob sie gut genug ist. Die Futureheads sind eine gute Band und wir auch. Wir haben die richtige Musik, um das zu tun. Andere Bands, die es auf diese Weise versuchen, kommen möglicherweise nicht so weit. Wenn man bei einem kleinen Label erfolgreich ist, dann lohnt sich das auf lange Sicht viel mehr. Wir haben auch richtig gute Angebote von großen Plattenfirmen bekommen, aber das wollten wir nicht, weil wir es nach unseren Vorstellungen machen wollen.
M: So können wir bald auch ein drittes Album rausbringen, wenn wir wollen.

Das wäre dann am Ende des Jahres...

M: Es ist schon fertig, und wir bringen es wahrscheinlich in sechs Monaten oder schon früher raus. War nur ein Scherz!

Das habe ich mir fast gedacht... Wo habt ihr das neue Album denn aufgenommen?

R: In Wales, im Monnow Valley Studio. Da haben auch schon Oasis, die Stereophonics, Black Sabbath und The Coral aufgenommen. Es ist ein ziemlich gutes Studio.

Hat die Umgebung die Lieder in irgendeiner Weise beeinflusst?

M: Weniger die Lieder als die Band. Wir hatten eine richtig gute Zeit. Es war toll, mal rauszukommen, ans Ende der Welt. Wir waren auf einem Bauernhof. Es waren nur wir fünf, ohne irgendwelche Ablenkungen. Wir haben dort geschlafen, haben mit dem Produzenten und den Toningenieuren abends was getrunken und Billard oder Darts gespielt. Es war eine tolle Atmosphäre! Eine sehr produktive Art zu arbeiten. In der Garage standen Motorräder, mit denen wir rumgefahren sind, während Jimmi seine Drums aufgenommen hat. Es war eine andere Umgebung als die, die wir gewohnt sind. Zuhause in Leeds ist nur die Stadt. Es war also eine nette Abwechslung.

Habt ihr eure erste Platte in Leeds aufgenommen?

R: Ja, und es hat gut funktioniert. Aber diesmal wollten wir mal weg von allem. Stephen Street, unser Produzent, dachte, das sei ein gutes Studio.

v.l.: Dave Best, Matt BowmanHattet ihr dort natürliches Licht?

M: Es war wie ein großes Gewächshaus. Es gab also sehr viel natürliches Licht. Es waren drei Räume: ein großer Live-Raum, in dem wir gespielt haben, ein zweiter, in dem Jimmi seine Drums gespielt hat und zwanzig Meter hinter dem Gebäude floss ein großer Fluss vorbei.

In Leeds hattet ihr wahrscheinlich kein Tageslicht.

M: Nein, in Leeds lag das Studio direkt an einer geschäftigen Straße.
R: Da war es eher ein 9-5-Job, weil es ganz in der Nähe unserer Wohnungen lag. Wir sind hingegangen, haben von neun bis fünf gearbeitet und sind wieder nach Hause gegangen.

Und das letzte Mal war es mehr wie Urlaub.

M: Es war viel entspannter. Wir konnten uns mehr Zeit nehmen. Abends haben wir noch mit dem Produzenten und seinem Assistenten was getrunken. Es war wie eine große Familie.

Zu eurem Produzenten wollte ich euch auch etwas fragen: Steve Street ist vor allem bekannt für seine Arbeit mit Blur und The Smiths. Außerdem hat er den Ruf, kommerziell erfolgreiche Musik zu produzieren. Wie würdet ihr seinen Einfluss auf eure Musik beschreiben?

M: Er produziert nicht nur kommerziell erfolgreiche Musik, aber er ist gut darin, den Liedern einen bestimmten Glanz zu verleihen, um sie erfolgreich zu machen. Er hat das neue Album der Babyshambles produziert. Die sind nicht unbedingt kommerziell erfolgreich, aber wenn man sich die Platte anhört, kann man hören, dass er den Liedern diesen Glanz verliehen hat, der sie eingängiger macht. Wir haben uns aber nicht zu sehr von dem Sound entfernt, den wir haben wollten. Er ist kein Diktator und wollte uns nicht in eine Pop-Band umformen. Es hat immer noch den „Pigeon Detectives"-Sound. Er hat die Fähigkeit, uns als Band weiterzubringen. Wir haben den Aufnahmeprozess definitiv genossen. Ich persönlich würde gerne wieder mit ihm arbeiten.
R: Es ist angenehm, mit ihm zu arbeiten. Er hat viele gute Ideen.
M: Er hat uns auch als Band viel Selbstvertrauen gegeben. Er kann sehr gut mit Menschen umgehen. Er hat mich z. B. anders behandelt als Ryan.

Wie es ein Regisseur tut.

R: Ja, im Grunde schon.
M: Er ist ein richtiger Familienmensch. Ein guter Mensch und ein guter Produzent.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen? Seid ihr auf ihn zugegangen oder war es anders herum?

M: Unser erstes Album wurde in einem Studio gemischt, in dem er oft arbeitet. Er hat es gehört, und die Kaiser Chiefs nahmen dort gerade ihr zweites Album auf und haben mit ihm über uns geredet. Außerdem mochten wir seine Arbeit mit The Smiths. Es war eigentlich beiderseitig: Er wusste von uns, und wir als Band wollten gerne mit ihm als Produzenten zusammenarbeiten. Wir haben beide gedacht, es wäre eine gute Sache.

Er ist ja auch einer derjenigen, die den Britpop auf den Weg gebracht haben. Seht ihr euch als Teil dieser Musikbewegung oder zumindest als seine Nachfolger, da er ja Ende der 90er langsam verschwunden ist?

R: Persönlich finde ich nicht, dass wir es sind. Aber in gewisser Weise sind wir es doch irgendwie, weil wir eine britische Band sind und „populäre" Musik machen.
M: Was auch toll daran war, mit Steve Street zu arbeiten, waren die Geschichten, die er uns erzählt hat. Er hat uns stundenlang über Johnny Marr, Morrissey und Graham Coxon erzählt.

Wahrscheinlich war das auch sehr inspirierend.

M: Ja, absolut.

Na dann: Vielen Dank!


http://www.thepigeondetectives.com/
http://www.myspace.com/thepigeondetectives

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