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Atomic: "Die deutschen Oasis? Ja, kreizkruzifixnoamoal, i dra glei durch!"

ImageDavon, die deutschen Oasis zu sein, haben sich Atomic inzwischen erfolgreich und selbstbewusst losgelöst. Das war sozusagen nur die Starthilfe. Auf dem Weg nach oben als Britrockband aus der Provinz haben sie schon einstige Mitstreiter rechts und links am Wegesrand zurück gelassen und spielen ihren ureigenen Sound und ihre ureigenen Songs. Lest im Interview mit unruhr, wie sie früher CDs in einem Schnalz gemacht haben, und heute viel bewusster arbeiten, oder welche lustigen Verwechslungsgeschichten es über die Zwillingsbrüder – Begründer und „Doppelkopf“ der Band – gibt. Das ganze stelle man sich in einem sympatischen bayrischen Dialekt vor, der hier leider nur angedeutet werden kann…

Wenn man euch googelt kommt direkt: Atomic – BRITROCK. Wie kommt es dazu?
Thomas: Mei, wie kommt’s dazu? Eigentlich ham wir das wie auf unserer offiziellen Homepage schreiben lassen, dass jeder gleich mitbekommt, was wir für Musik machen. Genau, deswegen.

Also ihr habt das selber von vorneherein so genannt? Britrock nicht Britpop und wolltet ihr bewusst so was machen?
Thomas: Ja, weil sich’s einfach so anhört. Ja, Pop, das hört sich dann immer so an… Britpop ist ja in der Musikszene das Schimpfwort geworden und Britrock hört sich dann ein bisschen besser an.
Holger: Also für Pop, glaub ich, sind wir schon ein bisschen zu schnell und zu hart.
Thomas: Zu heavy, Heavy metaller. Es war ganz klar von vorne herein, wie wir angefangen haben, wir wollen genau so was machen wie die ganzen Brit-Bands: Oasis, Beatles, Kings, Blur.

Wie steht ihr zu dem Presse-Kommentar, ihr seid die deutschen Oasis?
Thomas: Wie wir angefangen haben war das natürlich schon super, weil die Leute haben dann immer gleich gewusst, wenn wir zum Beispiel in Hamburg gespielt haben: „Atomic, wer ist das? Keine Ahnung.“ und dann: „Die deutschen Oasis? Ja, Oasis hör ich, da geh ich hin.“ Anfangs war das gut, aber so im Nachhinein ist das natürlich nicht so gut, weil, dann wirste immer mit denen verglichen. Das sind halt Weltstars und die schreiben echt gute Songs und dann tust du dich natürlich hart. Und jetzt wollen wir natürlich schauen, dass das alles nicht mehr so rüberkommt – „die deutschen Oasis“ in der Presse.

Wo ist der Unterschied zwischen ner britischen und ner deutschen Britrock-Band?
Holger: In England gibt’s viel mehr gute. Nee, ich glaub, dass einfach das Business in England auch härter ist im Vergleich zu Deutschland. Ich denke, da wird viel mehr ausgesiebt, weil’s einfach so viele Bands dort gibt. Und das ist in Deutschland jetzt net so drastisch der Fall würd ich mal behaupten. Für die Sparte gab’s früher mehr Bands und jetzt sind’s wieder weniger geworden.
Thomas: Die ham alle aufgegeben, weil wir so gut sind. (Gelächter) Die ham gedacht: „An die kommen wir nie ran.“

Zwei von euch sind nicht nur Brüder, sondern Zwillingsbrüder. Eineiige?
Thomas: Ja, nur die Frisur ist anders, zwangsweise.

Gibt’s da lustige Geschichten? Verwechslungen oder so?
Thomas: Warte mal, rein von der Musik her eigentlich nicht. Damals als wir in der Bundeswehr waren, da war’s halt so, wir waren in zwei verschiedenen Gruppen und da kommt er an den Schießstand hin…
Rainer: Da war die Frisur noch gleich.  Also 1cm. (Gelächter)
Thomas: …und dann fangt er zu schießen an und dann trifft er net und dann komm ich, treff auch net und das ganze hat sich dann ein paar Mal wiederholt und dann hat der Ausbilder gesagt: „Du triffst ja überhaupt nie, Marschel! Was ist denn da los mit dir? Und du bist immer anders drauf – einmal so, einmal anders.“ Er war halt immer bissl ruhiger wie ich und ich hab halt immer geflucht ohne Ende. Und er immer geschossen: „Das liegt alles nur an mir, scheißegal.“ Und dann nach ner halben Stunde ist er wieder gekommen – die haben gemeint einer kommt – „Jetzt flucht er wieder…“
Rainer: Und den Ausbilder hat keiner aufgeklärt, Einer hat’s gewusst letztendlich, der Oberchef, aber der war ja nie dabei. Da waren ja 20 Gruppen mit jeweils 50 Leuten. Die Gruppen sind immer an 10 Übungen rumgegangen im Kreis. Er war in der 5. Gruppe, ich in der 10., immer nach ner Stunde kommt der wieder und die haben immer gemeint – 2 Monate lang, wie lang so ne Grundausbildung gegangen ist – wir kommen zweimal, weil wir irgendwie krank san.
Thomas: Das war immer so, du hast noch mal kommen müssen, wenn du’s nicht geschafft hast und er hat dann immer gemeint, der Ausbilder, wir sind total behämmert und wir schaffen das nie alles.
Rainer: Ich hab mich immer gefragt: „Warum fragen mich die immer als erster?“ In jeder Übung von 20 Übungen wo ich gegangen bin, da weiß niemand was da dran kommt aber ich bin immer gefragt worden: „Ja, erklär mal, wie’s läuft und so, du weißt’s ja schon.“ Und i hab mir gedacht: „I weiß gar nicht was der meint.“ Die ham gedacht wir passen nicht auf, Anschiss ohne Ende… Nach 2 Monaten war dann so ne Feier, Enlassfeier, und da ham’s alle erst gemerkt.

Du hast gesagt, du hast immer geflucht. Was wär denn mal so ein richtig bayrischer Fluch? (Gelächter)
Thomas: Da hätteste bei der Busfahrt dabei sein müssen.
Holger: Sagrizimentobr!
Thomas: Ja, kreizkruzifixnoamoal, i dra glei durch! Das war harmlos. Des kann i net bringen. Das würdest du eh nicht abdrucken, was i alles schimpf.

Das kann ich auch nicht schreiben. Noch einen vielleicht?
Holger: Aber nur über eine Person, wie geht jetzt das? Das ist vom Gerhard Polt: „Die g’hert do mit der Scheissbürschten nausg’haut, die brunskagliuxrachti!“

Da sollte es mal ein Wörterbuch geben…

Kommen wir mal zu euren Gigs. Ihr blickt so auf ca.150 Konzerte zurück, in dieser Besetzung?
Thomas: Nee, nur wir beide waren vom Anfang bis zum Ende dabei.

Welches war ein Highlight?
Rainer: Der Support-Gig für Paul Weller, ja, das war ganz klar das Highlight. Das ist ein Vorbild von uns, das größte, und dann spielste vor dem, da hat kein anderer Gig ne Chance, egal wie’s läuft.
Thomas: Das lustige war halt da noch, er hat n Gastgitarristen dabei gehabt auf der Tour und der war von Oasis. Und Oasis und Paul Weller, das ham wir uns damals eigentlich nur angehört, so was. Das war natürlich passend, bestens. 2003 in München war das. War alles voll, super. Ich war gar nicht dabei. Er hat alleine Akkustik gespielt, muss ich dazu sagen. Der Paul Weller hat nur ne Akkustik-Tour gemacht und natürlich wollte er, dass der Support auch nur Akkustik spielt, alleine, also kein Band. Aber das hat als Atomic gezählt. Rainer: Da waren ca. 2000 in einer Riesenhalle.
Thomas: Wir haben Paul Weller aber schon öfter getroffen, weil wir seinen Tourmanager von Deutschland kennen und der hat uns dann auch immer Karten besorgt für die Konzerte und wir haben ihn immer treffen dürfen und die neuesten CDs haben wir ihm immer geschenkt. Das war ganz nett.

Dieses Jahr habt ihr auch noch ein paar interessante Gigs vor euch?
Markus: Ja, mit Madsen spielen wir. Wir begleiten die auf nem Teil ihrer Tour Ende März. Wahrscheinlich werden das auch ein paar Highlight-Gigs.Thomas: Das werden auf jeden Fall Highlights. Wir spielen sechs Konzerte mit denen, davon eines in der Schweiz. Sie spielen derzeit eh nur sechs, sieben Konzerte, so ne kleine Tour. Und da z.B. in Regensburg, und Bayern ist groß, da werden sie von Nürnberg, München, Würzburg überall herfahren  und da wird sicher die Hölle los sein. Was besseres kann uns nicht passieren.

Und die Musikrichtung passt…
Rainer: Ja, das ist Gitarrenrock, die singen halt deutsch. Letztendlich, wenn die englisch singen würden käme das schon hin.

Wie seid ihr daran gekommen?
Thomas: Wie ist das gelaufen…, wir haben in Hamburg gespielt im ??? und da war der Thies von Tomte da und der Manager von Madsen und dann hab ich gesehn, dass Madsen ne Tour ankündigt und da hab ich die angeschrieben – ein, zwei Clubs – und die haben das weitergegeben ans Madsen-Management. Ich hab damals nicht gewusst, das der Manager damals in Hamburg beim Konzert war. Die haben zurück geschrieben, dass Madsen halt den Support auswählt und dann kam irgendwann die E-mail, ob wir Lust hätten.

Also war auch ein bisschen Glück dabei?
Rainer: Wenn wir den Hamburg-Gig nicht gespielt hätten, nicht so gut gespielt hätten, wär’s sowieso womöglich anders gelaufen.
Thomas: Zu 100 Prozent wär’s anders gelaufen. So läuft’s halt einfach. Wenn’s die Leute sehen. Ich hab mir ’dacht: eigentlich bringt’s was wenn’s von ganz nach unten ganz nach oben fährst. Bisschen Stress, aber perfekt. Wenn so was dabei rauskommt, fahr ich bis an den Nordpol.

Ihr geht mit Optimismus ran…
Thomas: Ja, klar, müssen wir ja.
Markus: In dem Business… man hat gar keine Wahl.

ImageEure Musik ist sehr vielseitig, kommt es bei verschiedenen Leuten an?
Rainer: Bei dem Akkustik-Gig da war das Publikum würd sagen mal im Durchschnittsalter von 35. Vor so nem Durchschnittsalter spielen wir normalerweise nicht. Beim Paul Weller, der ist halt älter, der ist schon fast 50, da waren schon so Jung-Senioren praktisch da. Wir haben akkustische Lieder, Balladen, und die hab ich da für uns gespielt und das ist gut angekommen. Die Lieder kommen auch bei den älteren Leuten gut an, die akustischen mit Streichern, Klavier und so Sachen. Und die rockigen sind wir halt mehr für die Jüngeren.
Thomas: Aber da sind wir so…, wir gehen da nicht ran: So, jetzt machen wir was für die Jungen, jetzt was für die Alten oder für die Mittleren, das ist einfach so. Ich steh ja voll auf Balladen. Wenn ich ein ganzes Album mit 11 Tracks hätte wo nur rockt drauf wäre…
Markus: Es müssen einfach gute Songs sein, können laute oder leise sein.
Thomas: Scheiß egal.

Wie weit hat Klassik Einfluss auf euch?
Rainer: Des is schon ein Einfluss, aber da muss ich ganz ehrlich sagen, des ist der Einfluss von dem Produzenten, der wo das Album arrangiert hat. Des ist ja der Einfluss, aber mir gefällt’s. Ich hätt ja sagen können ich mach des net, des nehm wer net. Aber i hab gesagt des ist geil und ob des zu uns passt oder net, ist mir egal. Der ist schon n älterer, der ist 45 und der ist mehr in der klassischen Richtung unterwegs.
Thomas: Wenn’s zum Song passt, warum nicht?

Was habt ihr z.B. für Instrumente eingesetzt?
Rainer: Flügel, bei dem Lied in Myspace, ich weiß nicht, haste dir des angehört?

Ja, bei dem vierten, oder? Der Ballade “The Shelter“.
Thomas und Rainer: Genau!
Rainer: Streicher und auch Akkustikgitarren.
Thomas: Unsere Eltern würden unsere CDs nicht anhören, wenn wir nur Rockmusik machen würden.

Eine ganz andere Richtung war es ja auf dem Sampler vom Ox-Fanzine vertreten zu sein? Das ist ja eigentlich eher Richtung Punk.
Thomas: Ja, das stimmt schon. Obwohl ich schon finde dass das Ox-Fanzine in den letzten Jahren auch mehr Indie-Rock zu tun hat. Und deswegen war mir klar, wir können überall mitmischen. Also, so bin ich an die Sache rangegangen, „Monkey fingers“ ist ja n bisschen punkig, n bisschen tanzbar und das ist auch n bisschen unser Einfluss, so wie die Sex Pistols, der Champ, und, ja, ich finde, wir passen da auch gut mit drauf.

Ihr wart auch beim Austrian Newcomer Award dabei? Als deutsche Band?
Thomas: Wahrscheinlich ham die g’meint, weil wir so komisch reden… (Gelächter) Ja, die Ausschreibung war so, es gibt auch einen Gastaward für die Nachbarn, für die geliebten Nachbarn aus Deutschland…
Holger: Für die Piefkes oder die Teutonen…
Thomas: … ja, und deswegen sind wir da nominiert worden. ’nen Preis haben wir nicht bekommen. So viel ich weiß sind wir zweiter geworden, aber es hat nur für den ersten Platz was gegeben. Aber die besten 20 Bands sind dann aufn Sampler gekommen, das war dann auch ok.

Ihr habt als Stilrichtung bei Myspace auch Garage angegeben…
Thomas: Das ist so ne Myspace Sache. Für die Allgemeinheit, dass man schneller die Musik findet.
Holger: Wir machen Bandproben in der Garage… (Gelächter)
Thomas: Ich find, „Monkey Fingers“ hat was von Garage-Rock. Find ich schon… Ach, ich will ja nur, wenn jemand vorbeikommt und selber Garage-Rock macht, sagt: Hey, die machen Garage-Rock! So dass er sich das vielleicht amal anhört.Rainer: Wenn’s die anderen Bands so durchklickst, da haben viele ein paar Musikrichtungen drauf und da haben wir das beste gefunden. Das ist ne gewisse Alternative, die können mit Atomic wohl was anfangen. Das ist de Hauptgrund.

In der Garage proben klingt ja ein bisschen nach Provinz…
Thomas: Ja, wenn’s da hin kommst, wirst Angst bekommen.
Rainer: Wie’s der Zufall will kommen alle aus so kleinen Städten kann man nicht sagen – Dörfern kann ma sagen. Bei uns 10.000… Wie viel wohnen in Stefansried?
Markus: Über 100 ? (lautes Gejohle) Ja, bei uns im Dorf wohnen knapp 100 Leute, da kennt jeder jeden.
Thomas: Und ihr beide seid aus Großmehringen, das ist n Dorf bei Ingolstadt.
Holger: Das ist doch das letzte Mal im Radio gekommen, wo der braune Regen runter kommt.
Thomas: Wir kommen aus Furt im Wald, das ist an der tschechischen Grenze. Nächst größere Stadt ist Regensburg.
Holger: Das größte Nest von uns.

Wie fühlt man sich denn so als bayrische Provinzband im Pott?
Thomas: Ja, wir würden nicht sagen, dass wir FC Bayern gut finden. Wir würden NIE sagen, dass wir F… Irgendwie hab ich das Gefühl, es schaut alles so gleich aus.
Daniel: Wir sehen einfach nicht viel. Letztes Mal waren wir in Köln, man fährt immer zum Club und dann sieht man einfach die Straße vom Club und dann vielleicht den Club zu dem man nachher noch geht oder so. Dann sieht man ein paar Häuser und zwischen Köln und hier, da erkenn ich keinen Unterschied.
Rainer: Mein Bruder und ich waren mal schon öfter zu Gigs im Ruhrgebiet. Plötzlich haben wir uns ein bisschen verfahren. Wir haben uns nur zwei, drei Kilometer verfahren, da biste gleich schon in Castel oder wie heißt des?
Markus: Castrop-Rauxel.
Rainer: Und da fahren wir 5 Kilometer weiter, da ist Bochum, für mich ist das eins. Ich kenn keinen Unterschied zwischen Bochum und Dortmund. Für mich ist das als Bayer so, wenn ich herkomm für die Konzerte ein und dasselbe.
Markus: Also was ich ganz interessant finde, das sind so viele verschiedene Städte – gut, er sagt das ist alles gleich – aber es gibt mit Sicherheit große Unterschiede, und dass man da nicht weit fahren muss. Also man kann wahrscheinlich relativ schnell verschiedene Szenen, die’s unter Umständen gibt in den Städten, schnell erreichen.
Daniel: Das sehen wir als Band so nicht.
Holger: Sind halt a bissel mehr als 100 Einwohner. (Gelächter)

In welches Land würdet ihr gerne mal reisen als Band?
Thomas: Japan, Tokio!
Holger: Mit der Band nach Japan.
Rainer: Ja, mit der Band nach Japan. Ohne Band … ich bleib dabei. Weil da am meisten geht für unsere Art von Musik. In England meinen alle immer – so ne Band wie wir müssten nach England, da müssten wir ja voll gegen die Konkurrenz kämpfen, ja? Und des Leben is net so lang, dass du dich da voll durchbeißen kannst. Da such ich mir lieber das Beste raus, wo man die meisten Chancen hat und das ist bei uns Schweiz, Österreich, Deutschland und im Ausland, da würde ich als erstes, wenn ich eins wählen müsste, Japan nehmen.
Markus: Ja.
Thomas: Da kommt die Musik, also britischer Pop, egal ob’s deutsch ist oder aus England. Die, wenn noch keinen Ton hören, finden das schon gut. Also so ungefähr ist das ja, die kann man gut begeistern.

Sagt doch mal was zu euren bisherigen Alben.
Thomas: Das erste war fürchterlich, das zweite war noch fürchterlicher, das dritte … na ja … Nee, ernsthaft: die ersten beiden Alben waren Demo-CDs, es zählt keins als Album eigentlich. Also das hier „Wonderland Boulevard“ zählt als Debut-Album, weil das in den Handel gekommen ist und da waren auch genügend Songs drauf so dass du sagen kannst das ist ein Album. Auf der ersten Demo-CD waren 4 Tracks drauf, auf der zweiten 8.
Rainer: Und alles selber raus gebrachtes Zeug, das zählt man nicht.
Thomas: Wenn ich mir das Zeug jetzt anhör, denk ich immer: „Wie kann man so was kaufen?“ Weil es ist einfach so billig, sag ich mal. Aber genau damals hat genau das ein gewissen Flair gehabt, wie Britpop noch richtig in war sag ich mal. Die zweite Demo-CD ist gekauft worden wie warme Semmeln, die war sogar in der NME drin, also das ist echt super gelaufen. Und das neue, mit dem bin ich total zufrieden, weil in meinen Augen nur Klassiker drauf sind, also echte Singles, ich seh das als kleine „Best of“ – Wonderland Boulevard. Jetzt nehmen wir ein neues auf, da sind wir nächsten Monat mit fertig. Das wir wieder klasse.

Ihr habt ja ein Studiotagebuch auf der Homepage? Sieben Tage bis jetzt, etwas verteilt?
Rainer: Die sind ein bisschen verteilt, so dass man sich mehr auf die Songs konzentrieren kann. Früher haben wir’s in einem Schnalz gemacht, jetzt wollen wir n bisschen mehr Geld ausgeben.
Markus: Man braucht das auch. Also wenn man einen Song aufnimmt, braucht man die Zeit, wieder gewisse Distanz zu gewinnen, um dann wieder den Song objektiver hören zu können.
Rainer: Aber das hat mit viel Geld zu tun. Das könnten sich andere Bands gar nicht leisten eigentlich, früher hätten wir’s uns nicht leisten können. Das ist unüblich so ranzugehen, wie unsere Größe, aber es bringt halt mehr. Wir nehmen in zwei Tagen drei Songs auf und in zwei Tagen mischt man auch drei. Ende nächsten Monats soll’s fertig werden. Dann waren’s insgesamt ein dutzend Tage.

Ich hab gelesen, ihr wart da mal mit etwas nicht zufrieden, dann macht ihr’s noch mal?
Rainer: Ja, hat zwar viel Geld gekostet, aber haben wir’s noch mal gemacht.
Thomas: Es hilft ja net, wenn das dann raus kommt in den Handel und du denkst „Uäh!“ und bist selber nicht zufrieden damit, das macht dich fertig auf Dauer. Und deswegen – es hilft ja nix.
Markus: Es muss ja immer ’ne  Steigerung vom vorherigen Album zum nächsten da sein. Es darf ja keinen Rückschritt geben, das wär schlimm.

Wie war die Geschichte mit dem Alkoholkonsum und Studio?
Thomas: Ja, das war so: In dem Studio wo wir aufnehmen in München, da stehen Alkoholiker draußen direkt vor der Tür, weil’s n Kiosk gibt vor der Tür und da holen sich die Alkoholiker immer die Getränke. Und das Studio ist halt genau daneben. Und mit genau daneben meine ich einen Meter daneben!
Da ist praktisch der Eingang. Für den Studiobesitzer ist das n bisschen schade.
Holger: Mittlerweile gibt’s da ein Dixie-Klo, glaub ich.
Thomas: Wir haben das als Spaß beschrieben, aber da siehste, das ist Schicksal. Wenn du das suchst, dann fahr in München von Osten rein uns schau wo so eine Traube von Menschen steht schon hackedicht am Tag, dann bist bei dem Studio.
Rainer: Eigentlich ist es nicht zum Lachen, aber man muss das halt irgendwie mir Humor nehmen. Man muss sich ja ein bisschen motivieren und deswegen haben wir ein bisschen unseren Spaß draus gemacht.
Thomas: Das passt ihm nicht, aber die Stadt hat’s erlaubt. München halt wieder, Oktoberfest und so, weißt?
Holger: Bier ist legal…

Image Famous last words:
Kollektives Seufzen… dann Gelächter

Thomas: Keine Ahnung, so spontan fällt mir nix ein. Nach 5 Bier vielleicht, kannst das Ding noch mal einschalten.

Für’s heutige Konzert einen guten Vorsatz?
Markus: Heut wollen wir’s wissen.
Thomas: Zeigen mir’s die Pottler, wo der Hammer hängt!

Anmerkung: Danach sangen Atomic gemeinschaftlich noch bayrische Schlager vom feinsten, aber an dieser Stelle blenden wir aus…

www.myspace.com/atomicboys
www.atomic-band.de

-Lady Reason-