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Poemics - Rezensionen

Poesie + Comic = Poemic
Ein Magazin und Weblog über Graphic Novels und anspruchsvolle Comics. Von MatsB und EvaT.
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Prosopopus. Von Nicolas de Crécy. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: EvaT Donnerstag, den 01. April 2010 um 16:52 Uhr

prosopopusSchon der Titel dieser Graphic Novel ist rätselhaft. Prosopopus, das klingt prustend, nach dicken Backen und Nilpferden. Wie praktisch, dass dem unkundigen Leser die Begriffsdefinition auf den ersten Seiten des Comics dargeboten wird: Ein Prosopopus ist „eine Figur, durch die der Redner oder Schriftsteller eine abwesende oder tote Person, ein lebloses Ding oder ein Tier sprechen lässt.“

 

Lasst den Pater sterben

Geschrieben von: MatsB Sonntag, den 28. März 2010 um 18:59 Uhr

olivier_ka_pater_pierreZurzeit lesen wir viel über Priester und Reformpädagogen, die es mit der Würde des Menschen nicht so genau nehmen, wie es ihre Funktion und Position vermuten lassen könnte. Dass das Thema alles andere als neu ist, bedarf wohl keiner weiteren Debatte. Dass dieses schwierige Thema auch auf gänzlich unorthodoxe Weise verarbeitet werden kann, bewies bereits vor wenigen Jahren eine bemerkenswerte Arbeit aus der Graphic-Novel-Szene: das autobiographische Werk von Olivier Ka. 

   

Fahrenheit 451: Von Ray Bradbury und Tim Hamilton. Graphic Novel.

Geschrieben von: MatsB Freitag, den 26. März 2010 um 22:11 Uhr

fahrenheit 451 - TitelseiteTV-Programme, die auf die komplette Wohnzimmerwand projiziert werden, Pillen zur Sedierung des Geistes, die aufgeklärte Gesellschaft am Ende. Klingt nach 2010. Ray Bradbury hat seinen Science-Fiction-Klassiker allerdings schon 1953 publiziert und das düstere Szenario einer vollkommen entmündigten Gesellschaft gezeichnet.

   

Air – G. Willow Wilson/M.K. Perker (Vertigo/DC Comics)

Geschrieben von: MatsB Montag, den 08. März 2010 um 00:00 Uhr

air_1Liest man schnell über Klappentext und Teaser hinweg, erscheint es zunächst wie eine launige, etwas abstruse Idee, die durch einen gehörigen Schuss Fantasie hochgejazzt wurde. Eine – Achtung – Stewardess mit Flugangst gerät in einen Strudel mysteriöser Ereignisse, die irgendwie zwischen 9/11, Liebesgeschichte, weltweiter Verschwörung, globalen Energieproblemen, Esoterik und Völkerkunde changieren. So weit, so seltsam. Eine andere Perspektive erhält das Ganze jedoch dadurch, dass Autorin G. Willow Wilson eine zum Islam konvertierte Amerikanerin und Illustrator M.K.Perker türkischer Herkunft ist.

   

Das Ende der Welt. Von Tom Tirabosco und Pierre Wazem. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: EvaT Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 02:00 Uhr

Das Ende der Welt. Cover.Prolog: Eine einsame, regnerische Nacht mitten im Wald. Sintflutartige Regenfälle überschwemmen die Straße, nur mühsam lässt sich das Auto steuern. Ein Mann versucht, das ältere Kind auf dem Rücksitz, seine hochschwangere Frau, rechtzeitig durch das Unwetter ins Krankenhaus zu bringen -- bis ein umstürzender Baum den Wagen unter sich begräbt.

   

Dagobert Duck – Sein Leben, seine Milliarden. Eine Biografie von Don Rosa.

Geschrieben von: MatsB Montag, den 26. Oktober 2009 um 01:00 Uhr

 

Don Rosa - Dagobert Duck - CoverFünf Fantastilliarden und neun Trillionen Taler plus sechzehn Kreuzer - das ist das dokumentierte Vermögen Dagobert Ducks zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Biografie im Jahre 2006. Richtig: Die Erstausgabe ist schon ein paar Jahre alt. Und doch verdient die Biografie des reichsten - ääh - Mannes der Welt neuerliche Aufmerksamkeit, wenn allerorten die einst makellose Ideenwelt des Kapitalismus bröckelt und stürzt - zersetzt durch eine Schar unempathischer Parvenüs, denen es gelungen ist, einen ganzen Globus in Geiselhaft zu nehmen. Nur eben nicht Dagobert Duck, der sich auf seine Art der Kapitalismusdämmerung entzieht.

   

Die Flucht nach Abecederia. Von Blexbolex.

Geschrieben von: EvaT Montag, den 06. Juli 2009 um 01:00 Uhr

blexbolex abecederiaDas nennt man wohl vom Regen in die Traufe gekommen. Nach Léon und Bernard Blanchet wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Sie haben schließlich einiges auf dem Kerbholz: Schutzgelderpressung, Bandenmitgliedschaft und ein paar andere krumme Dinger. Ihre Flucht führt sie aus der französischen Unterwelt nach Nordafrika und schließlich weiter ins Herz der Finsternis. Bernard verspricht einen sicheren Hafen, ein Paradies: Abecederia, das Land, wo Milch und Honig fließen. Stattdessen finden sich die beiden Brüder in der Hölle wieder. An der Grenze wird der Pass eingezogen, im Austausch gibt es eine Gasmaske. Léon und Bernard erwartet ein finsteres Arbeitslager.

   

Hector Umbra. Von Uli Oesterle. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: MatsB Dienstag, den 23. Juni 2009 um 01:00 Uhr

Hector Umbra Hector Umbra ist Münchner und so etwas wie der Prototyp des Großstadt-Slackers in den Mittdreißigern - vielleicht etwas besser gekleidet, aber eigentlich ein Anachronismus, eine wahrhaft aussterbende Art. Im Mittelpunkt seines Daseins stehen ein paar gute Drinks in ein paar guten Bars mit ein paar guten Freunden. Hin und wieder gehen davon ein paar über die Isar, wenn sie ein paar zu viel von irgendwas genommen haben. Das verbessert die Situation Umbras nicht unbedingt und trägt zu seinem Hang zur Neurose und Defätismus bei.

   

Mattéo: Erster Teil: 1914 – 1915. Von Jean-Pierre Gibrat. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: MatsB Montag, den 15. Juni 2009 um 01:00 Uhr

MatteoMattéo ist der Sohn eines spanischen Anarchisten, lebt nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter im südfranzösischen Exil und arbeitet ohne Ambitionen auf Höheres in den Weinbergen der Familie de Brignac. Doch schon mit der ersten Szene, einem roten Farbklecks auf der Titelseite der l'Humanité, pöbelt sich das Missbehagen in die trügerische Idylle. Noch ist es kein Blut. Aber: Es ist Tag der Mobilmachung. Der Erste Weltkrieg beginnt.

   

Blutspuren. Von Rutu Modan. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: MatsB Montag, den 02. Februar 2009 um 01:00 Uhr

Rutu Modan. Blutspuren.Statt Eltern hat Kobi Franco aus Tel Aviv nur noch Onkel, Tante und ein Taxi. Seine Mutter ist früh verstorben, zu seinem Vater Gabriel hat er ein gestörtes oder, besser gesagt, gar kein Verhältnis mehr. Umso merkwürdiger ist der Anruf einer Fremden namens Numi, die ihm gegenüber behauptet, das verkohlte und nicht identifizierte Opfer eines Anschlags in Hadera sei sein Vater.

   

Das Zeichen des Widders. Von Fred Vargas. Eine Graphic Novel.

Geschrieben von: EvaT Mittwoch, den 21. Januar 2009 um 01:00 Uhr

Im Zeichen des Widders.Grégoire, freundlicher junger Gelegenheitskleinkrimineller aus Paris, entreißt zusammen mit einem Freund einem alten Mann die Tasche. Die Beute entpuppt sich als so reich wie grausig; neben 30.000 Francs birgt die Tasche die unheilschwangeren Utensilien, die ein Kochbuch der schwarzen Magie als Zutaten auflisten mag: Tiergebeine, Haare, Blut, gemörserte Menschenzähne. Das Unheil lässt auch nicht lange auf sich warten: Am folgenden Morgen findet Grégoire seinen Freund tot und sich selbst und das Diebesgut im Visier des irren Alten. Die beiden haben sich ausgerechnet einen Massenmörder, bekannt als der Widder, als Opfer ihres Diebstahls ausgeguckt.

   

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