Beiträge

Tom mischt auf

tom mischSieht man das Bild von Tom Misch, könnte man meinen, es geht um einen neuen Stern am Fußballhimmel. Ob Profi-Fußballer nun so hip geworden sind oder Popmusiker eher langweilig, diskutieren wir ein anderes Mal zu Ende. Die Musik von Tom Misch würde auf jeden Fall dem ein oder anderen Profikicker sehr gut gefallen. Der 21-jährige Brite bringt ganz unterschiedliche Elemente zusammen: Beats à la J Dilla treffen auf Gitarren, die an John Mayer erinnern, vereinzelte Jazz-Elemente treffen auf überraschende Arrangements und sommerliche Soul-Harmonien. Im Juli soll seine Debüt-LP "Reverie" erscheinen, die Misch auf seinem eigenen Label Beyond the Groove veröffentlicht. Der Mann hat offensichtlich gerne alles selbst in der Hand, denn als Produzent hat sich Tom ebenfalls bereits einen Namen gemacht. "Reverie" ist voll mit sehr radiotauglichen Output, wie zum Beispiel der Vorab-Veröffentlichung "Watch me dance". Ein klassischer Beginn mündet in Singer-/Songwriterpop mit Soulfeeling.

www.tommisch.com

Mensch Lisbeth

Gepflegten Pop im knallharten Siebziger-Outfit bietet die Berliner Band Von wegen Lisbeth in ihrem neuen Video "Meine Kneipe". Und bringt dabei Wesentliches auf den Punkt: "Mach' was du willst, aber bring' nie wieder deine neuen Freunde in meine Kneipe".

Die Single ist der Vorgeschmack auf das kommende Album, das am 15. Juli erscheinen soll. Wird "Grande" heißen und der Promoter verspricht, das mit dem neuen Werk der Geheimtipp-Status der Band aufgekündigt wird. Dieser Status ließ sich sowieso kaum noch halten, nachdem Von wegen Lisbeth die großen Hallen im Vorprogramm zu AnnenMayKantereit und Element of crime bespielt haben. Im Herbst folgt dann die eigene Deutschland-Tour.

Nix gegen Texta, auch kein Aber

texta nichtsdagegenSie sind eine österreichische Institution. Dementsprechend steht im Mittelpunkt von Textas neuem Album "Nichts dagegen, aber" ihr Heimatland. Mit gesundem Kulturpessismus alpinischer Provinienz füllen die vier Rapper die 14 Tracks. Was ist österreichisches Verhalten und Gebaren, was ist typisch, was ist besonders bei unseren südlichen Nachbarn? Damit setzt Texta sich lyrisch auseinander, doch wer die Jungs kennt, wird wissen, dass dies nicht im Zeichen von Nationalismus oder falsch verstandenem Patriotismus steht. Teils sarkastisch beschäftigen sich die Rapper mit ihrer Herkunft. Musikalisch bleibt es HipHop, so wie man es von Texta kennt. Doch auch soundtechnisch hat man sich auf Österreich konzentriert und nur auf Samples zurückgegriffen, die aus dem weiten Feld des Austropop stammen. "Nichts dagegen, aber" wird also für viele zu einer Entdeckungsreise ins Nachbarland.

In den Opener des neuen Albums "Ois ok Mama" könnt ihr reinhören oder reinschauen.

Leila Akinyi auf dem Laufsteg

Mit ihrer Single "Afro Spartana" hat die Kölner Sängerin und Rapperin Leila Akinyi ein ebenso lautes wie selbstbewusstes Ausrufezeichen gesetzt, das über die Hip-Hop-Szene hinaus geht. In "Afro Spartana" spielt Leila mit den Vorurteilen farbigen Menschen gegenüber. Jetzt präsentiert sich die Frau, die "problemlos in der Sonne liegen kann" die Folgesingle ""Kein Weg zu weit" und  beschäftigt sich ausgefeilt mit Selbstbestimmheit. Akinyi ist mit ihrem Deutsch-Rap natürlich beim Kölner HipHop-Label MPM untergekommen und wenn man deren Geschichte verfolgt, hat man vor Jahren bestimmt auch von Fleur Earth gehört. Das vergleiche man nun einmal mit Leila Akinyi. Und?

Mox Mix Jazz mit Mocky

mockyHeute erscheint ein weiteres Stück von Mockys Moxtape Serie. Inzwischen ist es Volume III, das in 23 Minuten bietet, was auch schon mal als Sun-drop-Jazz bezeichnet wurde. Der lange in Berlin beheimatete Mocky zaubert ein elegantes Mixtape dahin, das locker leicht dahin getupfte Songs enthält. Fast handelt es sich nur um Songideen, denn nach zwei bis drei Minuten ist meist schon Schluss. Das tut der Qualität jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil lösen diese angenehmen 20 Minuten das Verlangen nach mehr aus. Wer sich daher noch mehr über Mocky informieren möchte kann das hier tun: www.mockyrecordings.com

ROBB - Goldmind und Funkleib

Die Musik von ROBB gibt überhaupt keinen Anlass, an Herbst zu denken. Dennoch kommen wir nicht umhin, denn im Herbst dieses Jahres werden ROBB ihr erstes Album veröffentlichen. Die fünfköpfige Combo aus Wien um Frontmann Robert Summerfield wird euch mit dem Album eine doppelte Portion Funk und Soul servieren. Der basiert einerseits auf 70er und 80er Sounds, ist aber abgerundet und modernisiert mit aktuellen Elektrosounds. Das zeigt, dass die Band weiß, wo sie herkommt, aber auch, wo sie hin will. Der in Münster geborene Summerfield meint daher völlig zu Recht, dass "neben dem Ruhrgebiet groß zu werden, definitiv nicht die Möglichkeit ausschließt, später etwas zu machen, was vielleicht auch ein bisschen an N.E.R.D. oder Mark Ronson erinnert."

Die Wiener Melange mit westfälischem Topping geht meist schön ins Gebein wie die vorab veröffentlichte Single "Goldmind".

"Goldmind" findet sich auf der EP, die ROBB dieser Tage ins Rennen schickt. Die "Heat" EP enthält vier Songs, die einen Vorgeschmack auf das kommende Album geben. Wir von unruhr meinen nicht nur, dass Summerfield und ROBB damit etwas absolut Hörenswertes gelungen ist, sondern schließen uns definitiv der Haltung an, dass Münster einfach nur sinnlos neben dem Ruhrgebiet liegt.