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Nix gegen Texta, auch kein Aber

texta nichtsdagegenSie sind eine österreichische Institution. Dementsprechend steht im Mittelpunkt von Textas neuem Album "Nichts dagegen, aber" ihr Heimatland. Mit gesundem Kulturpessismus alpinischer Provinienz füllen die vier Rapper die 14 Tracks. Was ist österreichisches Verhalten und Gebaren, was ist typisch, was ist besonders bei unseren südlichen Nachbarn? Damit setzt Texta sich lyrisch auseinander, doch wer die Jungs kennt, wird wissen, dass dies nicht im Zeichen von Nationalismus oder falsch verstandenem Patriotismus steht. Teils sarkastisch beschäftigen sich die Rapper mit ihrer Herkunft. Musikalisch bleibt es HipHop, so wie man es von Texta kennt. Doch auch soundtechnisch hat man sich auf Österreich konzentriert und nur auf Samples zurückgegriffen, die aus dem weiten Feld des Austropop stammen. "Nichts dagegen, aber" wird also für viele zu einer Entdeckungsreise ins Nachbarland.

In den Opener des neuen Albums "Ois ok Mama" könnt ihr reinhören oder reinschauen.

Leila Akinyi auf dem Laufsteg

Mit ihrer Single "Afro Spartana" hat die Kölner Sängerin und Rapperin Leila Akinyi ein ebenso lautes wie selbstbewusstes Ausrufezeichen gesetzt, das über die Hip-Hop-Szene hinaus geht. In "Afro Spartana" spielt Leila mit den Vorurteilen farbigen Menschen gegenüber. Jetzt präsentiert sich die Frau, die "problemlos in der Sonne liegen kann" die Folgesingle ""Kein Weg zu weit" und  beschäftigt sich ausgefeilt mit Selbstbestimmheit. Akinyi ist mit ihrem Deutsch-Rap natürlich beim Kölner HipHop-Label MPM untergekommen und wenn man deren Geschichte verfolgt, hat man vor Jahren bestimmt auch von Fleur Earth gehört. Das vergleiche man nun einmal mit Leila Akinyi. Und?

Mox Mix Jazz mit Mocky

mockyHeute erscheint ein weiteres Stück von Mockys Moxtape Serie. Inzwischen ist es Volume III, das in 23 Minuten bietet, was auch schon mal als Sun-drop-Jazz bezeichnet wurde. Der lange in Berlin beheimatete Mocky zaubert ein elegantes Mixtape dahin, das locker leicht dahin getupfte Songs enthält. Fast handelt es sich nur um Songideen, denn nach zwei bis drei Minuten ist meist schon Schluss. Das tut der Qualität jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil lösen diese angenehmen 20 Minuten das Verlangen nach mehr aus. Wer sich daher noch mehr über Mocky informieren möchte kann das hier tun: www.mockyrecordings.com

ROBB - Goldmind und Funkleib

Die Musik von ROBB gibt überhaupt keinen Anlass, an Herbst zu denken. Dennoch kommen wir nicht umhin, denn im Herbst dieses Jahres werden ROBB ihr erstes Album veröffentlichen. Die fünfköpfige Combo aus Wien um Frontmann Robert Summerfield wird euch mit dem Album eine doppelte Portion Funk und Soul servieren. Der basiert einerseits auf 70er und 80er Sounds, ist aber abgerundet und modernisiert mit aktuellen Elektrosounds. Das zeigt, dass die Band weiß, wo sie herkommt, aber auch, wo sie hin will. Der in Münster geborene Summerfield meint daher völlig zu Recht, dass "neben dem Ruhrgebiet groß zu werden, definitiv nicht die Möglichkeit ausschließt, später etwas zu machen, was vielleicht auch ein bisschen an N.E.R.D. oder Mark Ronson erinnert."

Die Wiener Melange mit westfälischem Topping geht meist schön ins Gebein wie die vorab veröffentlichte Single "Goldmind".

"Goldmind" findet sich auf der EP, die ROBB dieser Tage ins Rennen schickt. Die "Heat" EP enthält vier Songs, die einen Vorgeschmack auf das kommende Album geben. Wir von unruhr meinen nicht nur, dass Summerfield und ROBB damit etwas absolut Hörenswertes gelungen ist, sondern schließen uns definitiv der Haltung an, dass Münster einfach nur sinnlos neben dem Ruhrgebiet liegt.

Hacke in der Stadt durch Grossstadtgeflüster

GSGF ist nicht Gute Zeiten Schlechte Zeiten für Legastheniker. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Berliner Band Großstadtgeflüster. Die drei aus der Hauptstadt veröffentlichten kürzlich ihre EP "Episode 1". Darauf war auch die im Netz viel beachtete Single "Fickt-euch-Allee" (Viral-Hit heißt das!), die allen, die GSGF bisher noch nicht kannten, gleich mal gezeigt hat, wo's langgeht.
Ebenfalls auf "Episode 1" findet sich die neue Single. "Blaues Wunder" ist ein Riesending, welches an das Berlin der 80er und die Neue Deutsche Welle erinnert. Frontfrau Jennifer säuselt mit lieblicher Stimme über gepflegtes Breitsein. Damit ist "Blaues Wunder" die perfekte Begleitung für das 10. Herrengedeck...

www.grossstadtgefluester.de

Übrigens: GSGF ist dieses Jahr beim Juicy Beats in Dortmund.

Trettmann dekantiert die Welt für uns

Dancehall-Don Trettmann ist zurück! Möglicherweise etwas anders als man erwartete. Mit seiner neuen EP "Kitschkrieg" widmet er sich ganz dem Trap. Diesem ultra-entspannten HipHop Style mit schleppenden Beats und zappelnder Snare. Ronny Trettmann legt aber Wert darauf, uns wissen zu lassen, dass er nicht auf einen fahrenden Zug aufspringt. Schließlich experimentiert der bisher im Reggae Verwurzelte schon seit Jahren mit diesem Sound.
Jetzt hat ihm das Berliner Produzententeam Kitschkrieg einen Klangteppich maßgewebt, der es dem sächsischen Jamaikaner ermöglicht, den nächsten Schritt zu machen. Weg vom sächselnden Klassenclown hin zum Botschafter des anderen Leipzigs. Wo es zum Glück auch Alternativen gibt zu Pegida und AfD.
Eine Entwicklung, die sich bereits beim "Tanz auf dem Vulkan" abzeichnete. Insofern überrascht es nicht, dass Trettmann darüber nachdenkt, demnächst mal auf sein Pseudonym zu verzichten. Klar, denn die fünf Tunes auf "Kitschkrieg" zeigen erneut: Der Mann muss sich nicht verstecken.
Zwar ist Krieg scheiße, "Kitschkrieg" aber ist das erste Muss 2016!

www.soundcloud.com/ronnytrettmann