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land „night within“

Geschrieben von N am . Veröffentlicht in Tonkonserven

land_night_withinfennesz hatte auf seiner ansonsten instrumentalen 2004er-vö „venice“ den track „transit“ david sylvian für einen gesangsbeitrag zur verfügung gestellt (oder um einen gesangsbeitrag herum komponiert oder oder)... ...und damit zumindest aus meiner sicht einen möglicherweise in dieser form ungewollten höhepunkt geschaffen, der seine dominanz innerhalb der „venice“ quasi mit unlauteren mitteln aufbauen konnte: klar, auch die musik von „transit“ ist eingängig (für damalige fennesz verhältnisse), der extrem im vordergrund stehende, warme gesang von david sylvian mit seiner typischen artikulation und melodieführung und seinem sogar typischen sound, das hatte und hat innerhalb von „venice“ allerdings schon fast aliencharackter. und damit fast alles andere in den hintergrund gedrängt. ein gefährliches terrain für die instrumentalmusiker.


und jetzt machen daniel lea und matthew waters aka land auf ihrem debütalbum(!) „night within“ das gleiche; ergänzen ihren darkjazz / noir-sound mit david sylvians gesang, ebenfalls auf nur einem stück („nothing is happening everywhere“), die weiteren sechs bleiben instrumental... und irgendwie funktioniert es besser...

vielleicht war es eine richtige entscheidung, die ausnahme nicht in den gesamtlauf einzubinden, sondern mit ihr zu starten? zudem stellen land mit „nothing is happening everywhere“ bereits alle die zutaten vor, die soundlich und instrumental die anderen stücke beherrschen, so dass „night within“ als ganzes sehr kompakt wirkt, der zusammenhang gewahrt bleibt. unter diesen zutaten besonders auffallend, neben einer aktiven rhythmusgruppe und umfangreichen bläsersatz ist eine twang-gitarre, die so etwas wie den co-gesang übernimmt, zumindest aber die eckpunkte innerhalb aller tracks markiert. die darüber hinaus, trotz aller noir- und nachtstimmung, durchaus auch mit forciertem tempo auftreten; dieser art von geschwindigkeit, die immer noch eine gewisse ruhe hat, dabei aber trotzdem in der lage ist anzuschieben... music für einen aufbruch, weniger allein zu hause auf dem sofa und das selbst in den ruhigen passagen: wohlmöglich aufgrund der zwar in hallräumen arbeitenden, aber immer aktiven bläser, wohlmöglich auch durch fast unmerkliches vor-dem-beat-spiel der drums, die mit dem letzten stück ausbrechen und „night within“ endgültig auf die cruising-line schicken...

schöne grüße N

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